Selbstsicher wie ein Massai-Krieger ins Gehaltsgespräch gehen

Gehaltsverhandlung auf Augenhöhe

Als ich mich gestern auf unser kommendes Telefon-Coaching mit unserer Trainerin vorbereitet habe, bin ich auf dem TelefonArt-Blog von Andrea Lekies – übrigens eine sehr empfehlenswerte Akquisitions- und Telefontrainerin – auf einen interessanten Artikel zum Thema Selbstsicherheit in Kundenterminen gestoßen. Bildhaft wie Frau Lekies eben ist, schreibt sie von einem Massai-Krieger, der in der Savanne auf einen Löwen trifft. Der Massai duckt sich nicht schüchtern zusammen, sondern richtig sich weit auf – er macht sich groß. Er zeigt dem Löwen, dass er ihm auf Augenhöhe begegnet. Lekies empfiehlt diese Haltung auch für Geschäftstermine. Ihr Tipp: „Egal, wie mulmig Ihnen zumute ist, egal, wie fremd die Umgebung für Sie ist und egal, wer die Leute im Raum sind: Tun Sie so, als wäre es Ihr Raum und tun Sie so, als wären Sie der Gastgeber.“

Was das mit dem Karriere im Allgemeinen und dem Thema Gehalt im Besonderen zu tun hat? Stellen Sie sich vor, Sie möchten eine Gehaltserhöhung und begeben sich zu Ihrem Vorgesetzten in die Höhle des Löwen. Sie sind der Massai auf der Jagd und sollten sich auch wie er verhalten.

Wenn Sie sich unwohl in Ihrer Haut fühlen, unsicher auf dem Besucherstuhl herumrutschen, Ihr Chef aber sicher in seinem Chefsessel trohnt, sind die Rollen klar verteilt und das Ergebnis der Gehaltsverhandlung ist vorhersehbar. Nehmen Sie den Raum aber in Besitz, treten selbstsicher über die Schwelle, begrüßen ihren Gastgeber freundlich und mit festem Händedruck und nehmen sicher mit erhobenem Haupt Platz, dann können Sie auf Augenhöhe verhandeln. Ein weiterer Vorteil: Ihr sicherer Auftritt wird auch Ihrem Vorgesetzten mehr Sicherheit geben, dass Ihre Forderung berechtigt ist.

Sieben weitere Tipps für einen starken ersten Eindruck finden Sie im Blog-Beitrag „Die Kunst einen Raum zu betreten – Wie Sie einen starken ersten Eindruck hinterlassen“ auf dem TelefonArt-Blog.

 

 

Webinar-Rückschau zum Equal Pay Day

Vor gut 1,5 Wochen habe ich hier auf mein Webinar zum Thema „Einstiegsgehälter und Gehaltsverhandlung“ hingewiesen, das ich auf Einladung von Melanie Vogel von Career-Webinars.com durchgeführt habe. An dieser Stelle nochmal meinen Dank an Melanie für die gute Organisation, die Einrichtung des Webraums und natürlich das Marketing. 🙂

Obwohl ich bereits etliche Webinare durchgeführt habe, war ich ehrlich gesagt dieses Mal ein bisschen aufgeregt und das aus zwei Gründen: Erstens ist meine Internetbandbreite in meinem Heimatstädtchen am Fuße der Schwäbischen Alb mit 1 MB/s ziemlich unterdimensioniert für moderne Kommunikationstechnik und Tonübertragung. Zweitens konnte ich mein neues Bluetooth-Headset hier zum ersten Mal live testen. Die Nervosität war dann aber unbegründet und zwei Beweise konnten erbracht werden: In Notzingen kann man Webinare durchführen und ein 17 Euro Headset von Amazon kann man durchaus semiprofessionell benutzen.

Jetzt aber genug der Vorrede, kommen wir zum Webinar.

webinarBei Webinaren ist es ja immer spannend für die Veranstalter, wie viele Teilnehmer sich letztlich im Webraum einfinden. Laut Melanie waren 40 Teilnehmer angemeldet. 28 sind dann tatsächlich gekommen, was eine ganz gute Quote ist. Und mit 28 Teilnehmern kann man ja auch gut arbeiten. Ich frage anfangs immer nach, wer die Teilnehmer sind und was sie für einen Ausbildungshintergrund haben, denn die meisten kommen mit Nicknames rein und aus denen wird ja kaum einer schlau. Passend zum Equal Pay Day hat sich das Teilnehmerfeld in etwa hälftig auf die beiden Geschlechter verteilt. Die Studienrichtungen waren breit gestreut. Es waren sogar Ingenieurabsolventinnen im Feld. Daimler, BMW und VW wäre mit ihren „Women in Engineering Events“ das Wasser im Munde zusammen gelaufen 😉

Die Einstiegsgehälter in der Präsentation wurden auf Basis der Gehaltsstudie 2012 von alma mater, einem Personalberater speziell für Akademiker, präsentiert. alma mater führt die Studien seit mittlerweile 8 Jahren durch und die 2013er Studie ist gerade in Arbeit. Nach Ostern 2013 sollten die Ergebnisse unter www.alma-mater.de kostenfrei zum Download bereitstehen. Über die Gehaltsstudie selbst will ich in diesem Post nicht viel schreiben. In früheren Blogposts ist mehrfach über die Ergebnisse berichtet worden.

Interessant war auch in diesem Webinar wieder, wie wichtig Aufklärung gerade für Nachwuchskräfte und Young Professionals über dieses komplexe Thema ist. Den meisten Teilnehmern war nicht klar, inwiefern regionale Einflussgrößen und die Firmengröße, aber natürlich auch die unterschiedlichen Branchen auf das Gehalt einwirken. Für mich, wie viele andere Personalberater, ein alter Hut – sind dann doch auch in diesem Webinar wieder viele überrascht gewesen, mit welchen Gehaltseinbußen zum Beispiel in manchen Regionen zu rechnen ist. Es ist eben nicht so, dass jeder das Durchschnittsgehalt bezieht. Gut, dass Arbeitgeber mit den „Fringe Benefits“ dagegensteuern können. Klar, der Dienstwagen ist für viele Berufseinsteiger erst mal nicht drin, aber es gibt viele andere Zusatzleistungen, die auch kleinere Arbeitgeber gerne an ihre Mitarbeiter weitergeben – von (A)ltersvorsorge bis zum (W)armen Essen in der Kantine ;-). Den Teilnehmern war in großen Teilen nicht bewusst, dass sie nach einer gewissen Betriebszugehörigkeit ein Anrecht auf betriebliche Altersvorsorge haben.

Besonders viele Fragen im Chat kamen beim Thema Gehaltsverhandlung hoch. Hier spürt man einfach, dass den meisten Arbeitnehmer in diesem Feld einfach die Routine fehlt; den Berufseinsteigern im Besonderen. Die meisten Teilnehmer waren rege in der Diskussion und so kamen viele Fragen hoch, die ich hoffentlich beantworten konnte. Falls nicht, darf mich jeder ansprechen – gerne auch über dieses Blog.

Einfach, aber trotzdem immer wieder wichtig zu betonen sind die drei Basisfaktoren für eine Gehaltsverhandlung: Die Innere Einstellung, Verhandlungsstrategie und Rhetorische Fitness.

webinar2Die Innere Einstellung ist wichtig fürs Selbstbewusstsein. Wie will man in die Verhandlung gehen? Um eine kleine Erhöhung bitten oder einen ordentlichen Aufschlag für hervorragende geleistete Arbeit und gute Ideen und knackige Ziele für die nähere Zukunft einfordern. Das muss sitzen und passen. Jeder sollte sich im Vorfeld seine Stärken (und Schwachstellen) selbst bewusst machen.

Die Verhandlungsstrategie steht für eine gute Vorbereitung und Sammlung starker Argumente. Was hat man seit der letzten Gehaltserhöhung Besonderes geleistet? Wo konnte man seinem Arbeitgeber Geschäft, Umsatz, Profit oder alternativ Kostenersparnisse bescheren? Welche Ideen wurden umgesetzt? Hat man deutlich mehr Verantwortung übernommen, oder gar einen neuen Job? Diese Argumente sollte jeder Mitarbeiter in der Verhandlung parat haben. Mein Tipp: Alle Argumente am besten aufschreiben und mitnehmen.

Drittens ist die rhetorische Fitness nicht unwichtig. Wer im Gespräch rumstottert, wenn es heikel wird und nur noch im Konjunktiv fabuliert – „Könnte eventuell eine Prämie für Sie interessant sein?“ – macht es seinem Vorgesetzten leicht. Aber wer will schon leichte Beute im Gehaltspoker sein? Sicher wird nicht aus jedem Menschen ein begnadeter Redner, Moderator, Polit-Star. Aber eine übersichtliche Vehandlungssituation wie eine Gehaltsverhandlung kann jeder üben und sich fit machen.

Ich habe im Webinar wieder gemerkt, dass das Thema noch einiges an Fragenpotenzial aufwirft und habe mir deshalb vorgenommen, in der nahen Zukunft mehr darüber zu schreiben. Wenn Ihr besondere Themen oder Wünsche habt, bitte einfach bei mir melden.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend.

Bis bald
Jürgen

Was können Berufseinsteiger eigentlich als Trainee verdienen?

Hallo liebe Leser,

seit Kurzem gibt es auch eine Detailanalyse von Trainee-Gehältern. Hierbei handelt es sich um eine weitere Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010. Man kann sie sich natürlich kostenlos komplett herunterladen aber ich dachte mir, ich schreibe euch eine kleine Zusammenfassung als Überblick!

Laut Studie verdienen Trainees verdienen jährlich zwischen 10.500 € und 60.000 € brutto. Dies sind natürlich nur die Extremwerte, die von den Respondenten angegeben wurden aber immerhin gut 50.000 € voneinander entfernt liegen. Zieht man zu den Extremwerten die Quartilswerte hinzu, wird die Gehaltsspanne ein wenig enger. Das durchschnittliche Trainee-Gehalt wurde in der Studie mit dem Median, über und unter dem jeweils 50 Prozent der Angaben liegen, bestimmt. Dies beträgt 38.000 €, was 1.933 € weniger als das allgemeine Durchschnittsgehalt für Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss, ist. Letzteres wurde bereits im Gesamtbericht 2010 bekannt gegeben.

Die Auswertung nach Regionen, für die die Postleitzahlgebiete genommen wurden zeigt, dass die Postleitzahlgebiete 0, 1 und 2 ( Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen und den Großteil von Niedersachsen) keine sind, in denen Trainees ehemalige Kommilitonen beim Gehaltsvergleich ausstechen. Es fällt jedoch auf, dass das südliche Postleitzahlgebiet 8 (Südliches Bayern und ein Teil des angrenzenden Baden-Württembergs) das ausgewertete durchschnittliche Trainee-Gehalt mit 34.982 € am geringsten ausfällt. Und auch das Baden-Württembergische Gebiet 7, rund um Stuttgart, kann im Vergleich nicht mit Spitzengehältern auftrumpfen. Dabei sind es besonders die letzten beiden Regionen, in denen die Gehälter eher überdurchschnittlich hoch sind. Dennoch ist das Gehaltsgefälle bei den Traineegehältern mit 2.249 € eher gering und ich würde diese nicht auf die regionale Lage der Unternehmen zurückführen.

Bei den Gehältern hinsichtlich des Abschlusses liegt tatsächlich der Master mit 36.217 € brutto/Jahr vorn. Fast gleich viel verdienen Absolventen mit Diplom: das durchschnittliche Jahresgehalt liegt hier bei 36.069 €. Trainees mit einem Bachelor-Abschluss können durchschnittlich 35.018 € erwarten.. Die Gehaltsunterschiede zwischen Direkteinstiegs- und Trainee-Position sind für Bewerber mit Master-Studium jedoch am höchsten. So müssen Trainees mit Master mit circa 10 % weniger Gehalt als bei einem Direkteinstieg rechnen. Mit einem Bachelor sind die finanziellen Einbußen geringer und liegen bei 8,68 %.

Laut Studie verdient ein Trainee in größeren Unternehmen mehr als in kleineren. So kann ein Absolvent in Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern mit einem Gehalt von durchschnittlichen 25.683 € rechnen. Stiege er/sie in einem Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl zwischen 10 und 100 ein, läge das Jahresgehalt schon bei knapp 36.000 €. Ein wichtiger Grund für die vergleichsweise hohen Gehälter in großen Unternehmen und Konzernen ist, dass Unternehmen in solchen Größen meist an einen Tarifvertrag gebunden sind.

Eine extrem wichtige Einflussgröße bei Gehältern ist die Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens. Klare Führung übernehmen die Versorgungsbranche und die Branche „Bank/Finanz“ (inkl. Versicherungen). Hier werden Trainee-Gehälter gezahlt, die zum größten Teil zwischen 39.000 € und 45.000 € liegen. Nur knapp weniger verdienen Trainees in der Branche „E-Technik“, zu der auch Unternehmen aus den Bereichen Nachrichtentechnik und Feinwerktechnik gezählt wurden, bei Fahrzeugherstellern (inkl. Zulieferer) und in Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche. Auch hier sind Durchschnittsgehälter von 40.000 € üblich. Weit von diesem Einkommen entfernt sind Hochschulabsolventen, die als Trainees in den Branchen „Sonstige Dienstleistungen“, im öffentlichen Dienst oder in der Medien-Branche tätig sind.

Ich hoffe, die Zahlen sind für den einen oder anderen interessant und helfen bei der ersten Gehaltsverhandlung!

Liebe Grüße, schöne Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2011!

Sabrina vom Gehälterblog

Webinar: Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen

Veranstaltungshinweis:

Webinar: Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen
21. Oktober von 17 – 18 Uhr

„Was kann ich nach dem Studium verdienen?“, „In welchen Funktionen und Branchen verdient man besonders gut?“, „Welche Zusatzleistungen sind in meinem Traumberuf üblich?“ oder „Welche Forderungen kann ich als Berufseinsteiger überhaupt stellen?“ und nicht zuletzt: „Wie gehe ich strategisch in die Gehaltsverhandlung rein?“

Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Berufseinsteiger, aber auch Young Professionals während der Bewerbungsphase. Jürgen Bühler, der Geschäftsführer von alma mater und Initiator der Gehaltsstudie von alma mater gibt im Webinar Antworten auf solche und andere Fragen, hilfreiche Hintergrundinformationen aus Sicht von Personalverantwortlichen sowie Tipps zu den Themen Gehalt und Gehaltsverhandlung.

Interessierte finden weitere Informationen und den Direktlink ins Webinar unter: http://career-journal.emea.acrobat.com/alma/

Das Webinar findet in Zusammenarbeit mit dem Karriereportal CAREER-JOURNAL.COM statt und ist kostenfrei.

Soviel verdienen Hochschulabsolventen in IT-Berufen

Liebe Leser,

seit Kurzem gibt es eine Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010 für IT’ler. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten und werde Sie für euch in mehreren Schritten zusammenfassen:

Berufseinsteiger mit IT-Hintergrund bekommen jährlich minimal 18.000 € und maximal 67.100 € brutto. Eine Gehaltsspanne, die von den Machern der Studie genauer analysiert wurde.

Funktionsbereich IT allgemein
Der Funktionsbereich IT ist eines der 9 Berufsfelder, für den die Personalverantwortlichen, die an der Studie teilgenommen haben, Zahlen zur Bezahlung von Berufseinsteigern mit Hochschulabschluss machten. Zur Auswahl standen: Einkauf, Marketing, Vertrieb, Forschung & Entwicklung, IT-Bereich, Fertigung, Finanzwesen & Controlling, Personalwesen, Traineeprogramm.
Der Durschschnitt, der in der Gehaltsstudie mit dem Median bestimmt wurde (also der Wert, über dem und unter dem jeweils 50% der Angaben liegen) liegt bei 40.000 € brutto pro Jahr. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt aller Einstiegsgehälter (39.933 €). Fünrig Prozent der Bruttogehälter in IT-Funktionen liegen zwischen 36.000 € und 43.000 € per annum.
Der Funktionsbereich IT ist auch im Vergleich zu anderen Funktionen auf jeden Fall attraktiv, was die Bezahlung angeht. Abgeblich haben nur Absolventen in der Forschung und Entwicklung wirklich bessere Chancen auf ein höheres Einkommen. Diese erhalten durchschnittlich 41.500 € pro Jahr. In der Fertigung liegt das 1. Quartil 2.000 € und das dritte Quartil 1.000 € höher als die jeweiligen Quartile im IT-Bereich. Dennoch ist der Median gleich hoch. Dasselbe gilt für Einkäufer und Berufseinsteiger im Controlling: hier liegen 50 % der Gehälter zwischen 37.500 €, bzw. 37.100 € und 44.000 €, der Median jedoch auch bei 40.000 €.

Einstiegsgehälter nach Funktion
Bildquelle: alma mater GmbH

Bachelor, Master – oder doch Diplom?

So sehr sich die Geister bei der Diskussion um die richtigen Abschlüsse für Ingenieure, ITler und andere MINT-Absolventen auch scheiden mögen, so eng liegen die Einstiegsgehälter für Absolventen mit Bachelor, Master und Diplom beieinander:
Der Durchschnitt, der übrigens auch hier mit dem Median bestimmt wurde, beträgt bei Bachelor-Absolventen im IT-Bereich 38.000 € und bei Masteranden sowie Diplomanden bei 40.000 € brutto pro Jahr. Dies entspricht einem monatlich extrem niedrigen Unterschied von 166,67 €, welcher nach Abzug der Steuern kaum merkbar sein dürfte. Ebenso geringe Differenzen weisen die Quartile auf und liegen bei 35.000 € (Bachelor), bzw. 36.000 € (Master und Diplom) sowie bei 40.000 € (Bachelor) und 42.000 € (Master und Diplom).

In den nächsten Tagen mehr zu diesem Thema.
Wir freuen uns auf eure Kommentare und Fragen!

Sabrina vom Gehälterblog

Studienabschlüsse und künftiges Gehalt

Eben fand ich einen interessanten Artikel beim Nachrichtensender n-tv: Welche Abschlüsse sich rechnen – Absolventengehälter im Vergleich

Darin äußern sich die Hochschulexperten Harald Schomburg vom INCHER an der Uni Kassel, Kolja Briedis vom HIS und der Geschäftsführer des IW Köln, Hans-Peter Klös, zum Aspekt der Studienwahl und des Studienabschlusses in Bezug auf das spätere Gehalt als Berufseinsteiger sowie langfristig.

Das spätere Gehlat ist nicht nur in Relation zum Studienfach zu sehen, sondern auch zur Art der Hochschule (FH oder Uni) sowie zum Studienabschluss (Bachelor oder Master).

Zunächst belegt die Studie zur Auswertung von etwa 35.000 Absolventen des Jahrganges 2007, an welcher Schomburg mitgewirkt hat,  daß die Gehälter für Bachelors beim Einstiegsgehalt gegenüber Studenten mit längeren Studienzeiten und damit traditionellen  Studienabschlüssen wie dem Diplom im Nachteil sind. Sie müssen mit Abschlägen von 15 bis 20% rechnen. Dahinter verbirgt sich ja letztendlich auch die Akzeptanz des Bachelors bei den Unternehmen. Diese hat alma mater im Rahmen der Detailanalyse „Wie steht es um die Einstiegsmöglichkeiten von Bachelor-, Master- und Diplom-Absolventen?“ untersucht. „Die schwierigen Einstiegschancen für BA-Absolventen könnten zur Konsequenz haben, dass diese mit dem MA einen weiterführenden- und qualifizierenden Studienabschluss erlangen müssen, um ihre Jobperspektiven zu verbessern.“ Die kurze Analyse auf de rBasis der Ergebnisse der Gehaltsstudie 2009 steht nach einer kurzen Registrierung bei alma mater zum Download bereit.

Der Artikel wirdmet sich folgerichtig der Frage, ob langfristig weiterhin eine Einkommensdifferenz zu beobachten ist. „Bei Ingenieuren zum Beispiel ist das nicht so, wie eine Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ergeben hat: „Nach drei bis fünf Berufsjahren nähern sich die Gehälter an“, erläutert der Geschäftsführer Hans-Peter Klös. Dann erreichen Bachelorabsolventen bei 80 Prozent der 1753 befragten Unternehmen das gleiche Gehalt wie Ingenieure mit Diplom. Der Satz „Der Bachelor ist ein Zweite-Klasse-Abschluss“ ist also nur die halbe Wahrheit.

Den Master (MA) in kurzer Zeit zu machen zahlt sich aus. Nach der Studie der Uni Kassel haben regulär Beschäftigte mit einem Bachelor einer Fachhochschule nach 18 Monaten ein Einkommen von 2635 Euro brutto, bei Uni-Abgängern sind es 2241 Euro. MA-Absolventen liegen mit Werten von 3284 Euro (FH) und 2803 Euro (Universität) deutlich darüber.“

Briedis vom HIS erklärt darüberhinaus, daß Absolventen der Universität gegenüber ihren Kommilitonen von der Fachhochschule langfristig mit ihrem Abschluss mehr verdienen. „So verdienen vollzeitbeschäftigte Uni-Absolventen zehn Jahre nach ihrem Abschluss im Schnitt 64.300 Euro brutto im Jahr – bei der Fachhochschule sind es nur 59.400 Euro. Das HIS hat mehr als 5000 Absolventen mehrmals innerhalb von zehn Jahren befragt.“

Die Differenz im Beispiel sowie anhnad einzelner Fächer führt Briedis letztendlich darauf zurück, daß in Deutschland stark nach dem formalen Abschluss vergütet wird. „Bei den alten Abschlüssen zähle einer der Uni daher oft noch mehr als einer der FH. Die „Demarkationslinie“ werde sich aber verschieben und künftig eher zwischen Bachelor und Master liegen.“

Hingengen überholen FH-Absolventen beim Berufseinstieg mit ihrem Einstiegsgehalt Uni-Absolventen: „1,5 Jahre nach dem Abschluss beträgt das monatliche Bruttoeinkommen von regulär erwerbstätigen Uni-Absolventen im Schnitt 2768 Euro – bei der Fachhochschule sind es 2852 Euro. Und Ausnahmen bestätigen die Regel: So verdienen zum Beispiel FH-Informatiker (77.300 Euro) laut dem HIS nach zehn Jahren im Schnitt deutlich mehr als ihre Uni-Kollegen (70.800 Euro).“

Abschließend stellt der Artikel die Studienfächer in den Mittelpunkt und was man mit ihnen langfristig verdienen kann. Nun, daß Geistes- und Sozialwissenschaftler weniger verdienen als etwa Absolventen der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften), dürfte inzwischen auch dem Letzten klar geworden  sein.

„Hohe Gehaltsaussichten versprechen laut Briedis zum einen die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Maschinenbauer mit Uni-Abschluss etwa haben ein Jahreseinkommen von 76.200 Euro. Aber auch bei Wirtschaftswissenschaftlern von der Uni kann sich das Gehalt mit 77.800 Euro sehen lassen. […] Manche neuartigen Fächer sind dagegen einträglicher als Traditionsdisziplinen: Wirtschaftsingenieure etwa gehören mit mehr als 100.000 Euro im Jahr zu den Topverdienern unter Absolventen.“

Um Irritationen vorzubeugen: Diese Gehaltsaussichten gelten für Studienabgänger dieser Fächer nach 10 Jahren und nicht für den Berufseinstieg. Könnte ja sein, daß jemand auf die lustige Idee kommt, den aus der Praxis weiß man ja, daß der eine oder andere Absolvent dazu neigt, entweder eine viel zu hohe oder viel zu niedrige Gehaltsvorstellung abzugeben…

Insgesamt ist es ein interessanter weil mit Experten- und Fachwissen gespickter Artikel, der Absolventen durchaus Anregungen mit auf den Weg geben kann. Allerdings sollte man grundsätzlich als Absolvent nicht zuallererst auf das Gehalt beim Berufseinstieg schielen, sondern auf das Gesamtpacket, das mit einer Stelle verbunden ist. Sonst kann es nämlich passieren, daß man erst gar nicht in den Genuss eines Jobs kommt.

Johannes vom Gehälterblog

Artikelschau Dezember 2009: Gehaltsverhandlung, Chefgehälter & Beamtenstreiks

Nach einem wunderbaren Wochenende beginnt die Woche erst mal entspannt mit einer kleinen Liste an interessanten Artikeln, die uns Kollege Robert vor kurzem ans Herz gelegt hat.

Zwar hat es bis heute gedauert – der Weihnachtsstress war schuld -, aber nichtsdestotrotz sollen sie nicht in Vergessenheit geraten, gerade weil sie Themen aufnehmen, die in unserem Gehälter Blog nicht fehlen dürfen.

1. Deutsche Konzerne reformieren die Chef-Gehälter in der Berliner Morgenpost

„Die Aufsichtsräte großer Konzerne reagieren auf den stark gewachsenen politischen Druck und reformieren die Chef-Gehälter. Volkswagen schafft Aktienoptionen als Bonus ab und die Commerzbank beschließt eine „Malus“-Regel. Damit kann es bei schlechten Leistungen zu Gehaltsabzügen kommen.“ […]

2. EU-Ministerrat trotz Beamtenstreiks im Focus

„Für eine Gehaltserhöhung von 3,7 Prozent haben die Beamten des EU-Ministerrates in Brüssel gestreikt. Beratungen der Verkehrsminister der Europäischen Union am Donnerstag wurden nur durch einen „Minimaldienst“ von etwa 100 der insgesamt rund 3400 Rats-Beamten ermöglicht.“ […]

3. Mehr Geld für Führungskräfte – Gehälter der Banker steigen bei n-tv

„Das Gehalt von Führungskräften in der deutschen Bankenbranche ist von Juli 2008 bis Juli 2009 im Schnitt um 2,7 Prozent gestiegen. Die Gehaltssteigerungen waren bei privaten Geschäftsbanken mit 3,8 und bei Spezialbanken mit 3,4 Prozent überdurchschnittlich hoch. Bei einigen von der Finanzkrise stärker betroffenen Banken gab es dagegen gar keine Gehaltszuwächse, wie das Beratungsunternehmen Kienbaum in Gummersbach ermittelt hat.“ […]

4. Mehr Geld, bitte! Höheres Gehalt – so verhandelst du richtig in der Kronenzeitung

„Hand aufs Herz – fühlst du dich mit deinem Einkommen gerecht entlohnt? Wenn ja – Glückwunsch! Wenn nein – höchste Zeit, daran etwas zu ändern. Dumm nur, dass sich Vorgesetzte so schwer davon überzeugen lassen, deine Leistungen auch entsprechend zu honorieren. Gerade in wirtschaftlich angespannteren Zeiten fällt es leicht, etwaige Vorstöße von Mitarbeitern einfach abzublocken. Doch mit der richtigen Vorbereitung ist auch jetzt einiges drin. Alles rund ums Thema Gehaltsverhandlung erfährst du hier!“ […]

So, solltet Ihr auch Anregungen oder Artikelvorschläge haben, dann schickt sie uns einfach per Mail zu. Und mal sehen, vielleicht schaffen wir es, in den nächsten Tagen über einen interessanten Artikel zum Thema Mittelschicht, Statusangst und Verdienstmöglichkeiten zu bloggen.

Johannes von Gehaelterblog

Gehaltserhöhung? 10 Tipps fürs richtige Vorgehen

Im Karriereguide von Absolventa habe ich ein paar echt gute Tipps für Leute gefunden, die sich eine Gehaltserhöhung erhoffen. Die 10 Tipps habe ich Euch direkt unten unkommentiert zitiert. Weitere Infos könnt Ihr auch bei Absolventa im Karriereguide nachschlagen.

Hier sind die Top-10, damit es auch mit Deiner Gehaltserhöhung klappt.

1. Den richtigen Ansprechpartner wählen: Grundsätzlich solltest Du in Sachen Gehaltserhöhung immer zuerst Deinen direkten Vorgesetzten ansprechen. Auch wenn dieser nicht die letzte Entscheidung darüber trifft, solltest Du ihn ins Vertrauen ziehen. Versuche ihn zu Deinem Verbündeten zu machen, damit er Dich beim Entscheidungsträger in Deinem Wunsch unterstützt.

2. Selbstvermarktung: Für eine erfolgreiche Gehaltserhöhung ist es notwendig, dass Dein Vorgesetzter Dich und Deine Arbeitsleistung gut kennt. Übst Du Dich zu sehr in Bescheidenheit und Zurückhaltung, dann kann das Deine Chancen auf ein höheres Gehalt schmälern. Hier gilt das Motto: Tue Gutes und rede darüber. Informiere Deinen Chef in regelmäßigen Abständen über Deine guten Leistungen. Sei dabei aber nicht zu aufdringlich.

3. Der Zeitpunkt: Einen entscheidenden Einfluss hat auch der Zeitpunkt, den Du für die Gehaltserhöhung wählst. Am besten ist es, z.B. den erfolgreichen Abschluss eines großen Auftrags oder eines Projektes abzuwarten oder die Veröffentlichung positiver Unternehmenszahlen. Ist gerade besonders viel zu tun, warte mit dem Gehaltsgespräch, bis sich die Lage etwas beruhigt hat, und der Chef terminlich etwas Luft hat.

4. Termin vereinbaren: Vereinbare einen festen Gesprächstermin, damit Du Deine Gehaltserhöhung in Ruhe besprechen kannst.

5. Eine angenehmen Gesprächsatmosphäre schaffen: Falle niemals mit der Tür ins Haus und frage direkt nach mehr Gehalt. Beginne das Gespräch mit etwas Smalltalk. Das lockert die Situation auf und hilft Dir, Deine möglicherweise vorhandene Nervosität zu überwinden.

6. Den richtigen Einstieg in die Gehaltsverhandlung finden: Auch hier gilt, nicht direkt eine Gehaltserhöhung ansprechen. Versuche lieber nach Deinen Aufstiegsmöglichkeiten zu fragen oder, ob Du neue Projekte mit mehr Verantwortung betreuen könntest. Vor allem sollte aber Deine eigene Leistungsbilanz Thema des Gesprächs sein. Stelle heraus, mit welchen Maßnahmen Du die wirtschaftliche Lage des Unternehmens positiv beeinflusst hast und worin der Wert Deiner Arbeit für die Firma besteht.

7. Die eigenen Leistungen belegen: Im Idealfall kannst Du Deine Leistungen im Gespräch auch mit konkreten Zahlen und Fakten belegen.

8. Bei der Gehaltserhöhung nicht übertreiben: Du sollst zwar Deine eigenen Leistungen in den Vordergrund stellen, aber trotzdem nicht übertreiben und sämtliche unternehmerischen Erfolge auf Dich beziehen. Es gilt, den richtigen Mittelweg zu finden und realistisch zu bleiben. Ansonsten ist es für den Arbeitgeber ein Leichtes, Deine Forderung zurückzuweisen.

9. Angemessen auf Ablehnung reagieren: Dein Chef wird sicherlich versuchen, Deinen Wunsch nach einer Gehaltserhöhung abzuwimmeln oder Dir nur eine kleine Gehaltserhöhung anbieten. Dazu wird er verschieden Ablehnungstaktiken anwenden, z.B. die schlechte wirtschaftliche Lage des Unternehmens herauskehren, auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten, auf die Gehaltsstrukturen im Unternehmen verweisen oder Dir ggfs. Sogar Undankbarkeit vorwerfen. Lass Dich dadurch nicht von Deinem eigentlichen Ziel abbringen. Die Gegenargumente kannst Du mithilfe Deiner eigenen Leistungsbilanz und guter Recherche im Vorfeld relativ leicht entkräften. Bleib aber immer höflich und lass Dich nicht provozieren.

10. Kompromisse schließen: Geh mit drei Gehaltszielen in die Gehaltsverhandlung: einem Maximalziel, einem Mittelwert und einem Minimalziel. Überleg Dir außerdem, welche Zusatzleistungen eine Alternative zu einer reinen Gehaltserhöhung wären, z.B. ein Dienstwagen oder Tankgutscheine. Zusatzleistungen kannst Du in Erwägung ziehen, wenn der Gehaltssprung, den Du Dir vorgestellt hast, etwa nicht möglich ist.

(Tipps gefunden auf www.absolventa.de)

Ergo: Mit einer Gehaltserhöhung klappt es dann am besten, wenn Du einerseits gut vorbereitet und andererseits in der Lage bist, eine Situation zu schaffen, aus der beide Verhandlungspartner als Gewinner hervorgehen. Niemand darf Gefahr laufen, das Gesicht zu verlieren oder als Verlierer aus der Runde zu gehen. Deshalb ist es auch sinnvoll, sich im vorhinein über marktübliche Konditionen zu informieren und sich Flexibilität zu bewahren.

Viel Erfolg
Jürgen vom Gehälterblog

Gehälter Blog: Informationen, Tipps und Trends rund um Karriere, Gehalt, Gehaltsverhandlung und Vergütung

10 Todsünden in der Gehaltsverhandlung

Chef – ich brauch mehr Geld. Irgendwann kommt jeder mal in diese Situation. Aber wie sag ich es meinem Vorgesetzten, wenn er nicht selbst drauf kommt? Hier haben wir für Euch mal 10 Fehler, die ihr in der Gehaltsverhandlung machen könnt aufgeschrieben.

Fehler 1: Schlechte Vorbereitung

Guter Test. Wenn Du vor dem Spiegel übst … Mal ehrlich – würdest Du Dir das Gehalt erhöhen?

Fehler 2: Keine Ziele haben

Was ist Dein Minimalziel? Was wäre topp?

Fehler 3: Überzogene Forderungen

Was ist aktuell überhaupt realistisch machbar? Wo stehen Deine Kollegen? Wie ist das Gehaltsgefüge im Unternehmen?

Fehler 4: Hoffen auf den großen Sprung

Gehe lieber strategisch vor und verhandle lieber in regelmäßigen Abständen – z.B. nach erfolgreichen Projekten oder turnusmäßig alle 1,5 Jahre als auf den ganz großen Wurf zu hoffen.

Fehler 5: Falscher Zeitpunkt

Hat Dein Chef im Moment überhaupt den Kopf für das Thema? Wie steht Deine Firma da?

Fehler 6: Nervös werden

Bleibe cool, wenn Dein Chef kontra gibt. Mit Nr. 7 und Nr. 8 kannst Du Dich wappnen.

Fehler 7: Keine Agenda haben

Plane den Ablauf des Gespräches. Wie leitest Du das Thema ein? Wann bringst Du Deine Erfolge an? Was könntest Du noch alles erreichen? Wann kommst Du zum springenden Punkt? Eine Agenda gibt Dir Sicherheit.

Fehler 8: Schlechte Argumente

Argumente sollten Deinen Chef überzeugen. Dass das Heizöl teurer wird, bringt Deinen Arbeitgeber nicht weiter – das merkt er selbst. Was hat Dein Chef davon, wenn er Dein Gehalt erhöht? Was willst Du zukünftig für Deine Firma erreichen?

Fehler 9: Unflexibel sein

Der Handlungsspielraum Deines Vorgesetzten kann begrenzt sein. Bedenke das und bleibe flexibel. Ein Etappenerfolg kann auch eine Erhöhung in Raten sein oder ein verbindlicher mittelfrister Termin für die nächste Verhandlung.

Fehler 10: Sich aus dem Konzept bringen lassen

Sei gewappnet auf Ablenkungsmanöver. „Was war eigentlich nochmal mit dem Projekt X?“ Hast Du eine Agenda, ein Ziel und gute Argumente, bleibst Du auf Kurs und kommst wieder auf das Thema zurück.

Wenn Du die Punkte beherzigst und das Gespräch gut planst, kann eigentlich wenig schief gehen. Und Du bekommst auch selbst ein besseres Gefühl für Deine Stärken und Deinen Marktwert.

Es grüßt Jürgen vom Gehälterblog

Griff ins … – wie man richtig um Geld pokert!

Einen gerade für Bewerber interessanten Artikel habe ich heute Nachmittag bei unseren österreichischen Freunden vom Wirtschaftsblatt.at gefunden. Worum es geht? Um nichts weniger als den entscheidenden Moment im Vorstellungsgespräch, in welchem Mann oder Frau das künftige Gehalt ansprechen wollen… der „Gehaltspoker“ ist quasi eröffnet und wer ihn nicht beherrscht, kann die Sachen packen.

„Aber: An welcher Stelle des Bewerbungsprozesses wird das Tabuthema Gehalt bestenfalls angesprochen? In anderen Ländern, etwa den USA, werden Gehälter transparent schon in der Stellenbeschreibung kommuniziert.“

Das heißt dann wohl: Armes Deutschland. Naja, kann ja auch nicht sein, sonst wären alle arbeitslos 🙂 Gehaltscoach Martin Wehle gibt Kandidaten einen ungewöhnlichen aber doch interessanten Rat mit ins Vorstellungsgespräch oder für das Bewerbungs- bzw. Motivationsschreiben: „Ich stelle mir ein Gehalt vor, das zu den hohen Anforderungen der Stelle und zu meiner Qualifikation passt.“

Diese Antwort oder Aussage setzt ja aber eine Frage voraus und damit wird klar: In einem Vorstellungsgespräch im deutschsprachigen Raum ist es der Personaler, Recruiter oder Unternehmensvertreter, der das Finanzielle zumeist am Ende des Gesprächs anspricht. Wer hier nassforsch schon zu Beginn sich danach erkundigt, wird früher erlöst sein, als ihm wahrscheinlich lieb sein mag…

Kommt der Personaler auch am Ende des Gesprächs ( „Gibt es von Ihrer Seite noch Fragen?“) nicht auf das Thema Gehalt zu sprechen, kann dies am Ende in einer vernünftigen und höflichen Art und Weise angesprochen werden, aber vorher sollten vielleicht noch ein paar Fragen zur Position und dem Aufgabengebiet gestellt, damit man auch an dieser Stelle nicht ins Fettnäpfchen tritt.

Schließlich rät Wehrle Bewerbern bei einem Jobwechsel zu einer 15 bis 20% höher angesetzten Gehaltsangabe im Vergleich zum vorherigen Gehalt,  „denn erstens begibt man sich in eine neue Probezeit und zweitens hat das Unternehmen offensichtlich ein Problem, das mit einem neuen Mitarbeiter gelöst werden soll. Zu billig sollte man sich laut Wehrle nicht verkaufen – denn wer vor den Vorstellungen des Recruiters einknickt, signalisiert eventuell, dass er am Markt keine anderen Chancen mehr hat.“

Euer Ghost