Lean Management trifft Product Management: Mein Gespräch im Podcast „No More Kuddelmuddel“

Jürgen Bühler zu Gast im Podcast von der Freiraumbande (No more Kuddelmuddel)

Produktmanagement schaut von außen nach innen, Lean Management von innen nach außen – und am Ende treffen sich beide beim selben Ziel: maximale Wertschöpfung für den Kunden ohne unnötiges Kuddelmuddel.

Kürzlich war ich zu Gast bei Kathrin Wortmann im Podcast „No More Kuddelmuddel – Lean Management auf Deutsch“ der Freiraum-Bande

. Als Personalberater und Solo-Headhunter für Positionen im B2B-Produktmanagement erlebe ich täglich, wie stark sich moderne Produktorganisationen verändern. Im Gespräch mit Kathrin haben wir die Schnittmengen zwischen Lean und Product Management herausgearbeitet.

Hier sind drei zentrale Highlights aus unserem Austausch:

1. Die zwei Seiten derselben Medaille: Marktbedarf vs. Prozess-Wertschöpfung

Im Produktmanagement fragen wir uns primär: „Braucht der Kunde das wirklich und ist er bereit, dafür zu bezahlen?“ Wir sichern den kommerziellen Erfolg und verhindern, dass am Markt vorbei entwickelt wird. Lean Management setzt an der zweiten Hälfte der Gleichung an: „Wie produzieren und liefern wir genau das, ohne dass der Kunde für unsere Suchzeiten, Verschwendung oder ineffiziente Prozesse zahlt?“ Wenn beide Disziplinen Hand in Hand arbeiten – etwa wenn der Produktmanager frühzeitig mit dem Lean- oder Logistik-Team Abstimmungen für neue Produkte trifft –, sinkt die Time-to-Market drastisch.

2. NIHITO: Nothing Important Happens In The Office

Ein Kernpunkt unseres Gesprächs war die Holschuld des Produktmanagers. Wer sich nur hinter dem Schreibtisch versteckt, Exceltabellen pflegt oder Feedback ausschließlich gefiltert über den Vertrieb bezieht, baut am Kunden vorbei. Wir haben über das Prinzip NIHITO (Nothing Important Happens In The Office) gesprochen: Gute Produktmanager suchen den direkten Draht zum Markt, zu Messen und zu den Anwendern. Sie fordern diese Freiräume aktiv im Unternehmen ein, statt darauf zu warten, dass man sie ihnen schenkt.

3. Produktmanager als Change Manager und „Störenfriede“

Produktmanager haben selten disziplinarische Durchgriffsmacht, tragen aber die Verantwortung für den gesamten Produktlebenszyklus. Damit sind sie geborene Silo-Brecher. Sie bringen Entwicklung, Vertrieb, Logistik und Produktion an einen Tisch. Ich habe im Podcast eine Anekdote eines geschätzten Trainers (Klaus Aumeyer) geteilt: Wenn im Unternehmen gegrummelt wird, dass der Produktmanager nervt, macht er meistens einen verdammt guten Job. Er hinterfragt den Status quo, setzt Impulse und stößt notwendige Change-Prozesse an – exakt wie ein Lean Manager.

Jetzt reinhören & nachlesen

Ob Hardware-Industrie, Software-Welt oder Logistik-Lösungen: Produktmanagement ist kein reiner Methodenkoffer, sondern eine Geisteshaltung.

🎧 Hier geht es direkt zur Podcast-Folge #91 bei Podigee

Hinweis für Leseratten: Auf der Podigee-Seite findet ihr neben den Shownotes auch das vollständige Transkript unseres Gesprächs zum Nachlesen!

Nach oben