Gehaltswünsche in der Krise

Klar will jeder ein gutes Gehalt für seine Arbeit und wer Erfahrung sammelt – sei es im Job oder in einem Aufbaustudium. Das soll auch so sein. Ich möchte heute aber mal ein Thema ansprechen, mit dem wir bei alma mater in Vermittlungsprojekten aktuell häufiger konfrontiert sind. Und da ich glaube, dass es nicht nur uns betrifft, sondern allgemeingültig ist, stelle ich den Beitrag aufs Gehälterblog.

Kohle-Arbeisbedingungen

(gefunden bei: http://karikatur.augsten.at)

Entgegen der Aussage obiger Kalkulation ist gerade jetzt in der andauernden Wirtschaftskrise bei Unternehmen nicht genug „Kohle“ da. Gerade die Unternehmen, die heuer gute Jobangebote im Angebot haben, z.B.  Ingenieursdienstleister, Projektdienstleister, Beratungsfirmen stehen von Ihrer Kundenseite mächtig unter Druck. Zu tun gibt es genug, aber die Kunden (oft die Großindustrie) möchte wenig dafür ausgeben. 🙁 Das ist die traurige Realität.

Und diese Realität trifft angehende Master-Absolventen oder Young Professionals mit voller Wucht. Unser Bewerber Fritz Meier (Name geändert) möchte mit seinem Master in Signalverarbeitung von der TU München 48.000 Euro verdienen. Er hält das gerechtfertigt weil er nach seinem FH-Diplom bereits 45.000 Euro als Einstiegsgehalt geboten bekommen hat. Rund 6 % Aufschlag für einen Master an der Elite-Uni (was auch immer das sein mag) sind da doch wohl wirklich nicht zu viel, meint er. Und damit hat er auch recht – zumindest ceteris paribus auf der Mikroebene besehen.

Der Knackpunkt ist aber folgender: Die 45.000 Euro hat Fritz angeboten bekommen, da war die Weltwirtschaft am Brummen. Es wurde produziert was das Zeug hielt und gute E-Techniker waren rar gesät. Der War for Talents beflügelte die Angebote und 45.000 Euro waren sogar für blutige Anfänger ein realistisches Ziel – zumindest in mittelgroßen bis großen Unternehmen. Jetzt sind die Kapazitäten in vielen Firmen viel zu groß, die Aufträge rückläufig und neue Positioen werden sehr gezielt und nur sporadisch besetzt.

Aktuell müssen Absolventen aber kleinere Brötchen backen und das führt zur vermeintlich paradoxen Ergebnis, dass Kandidaten, die heuer den Jobeinstieg suchen, eventuell mit einem geringeren Gehalt Vorlieb nehmen müssen als vor 1,5 Jahren mit einer „schlechteren“ Qualifikation. Das ist der Effekt des Marktes.

Aber die Zeiten werden wieder besser. Davon bin ich überzeugt. Mit einer guten Qualifikation, einigen Jahren Berufserfahrung und besserer Konjunktur können die Absolventen von heute in der nahen Zukunft wieder Boden gut machen. Karriereberatungen wie alma mater stehen gerne hilfreicht zur Seite.

Viele Grüße und alles Gute
Euer Jürgen vom Gehälterblog

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