IT-Gehälter: 2016 ist mehr drin

Gastbeitrag von Sven Hennige

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist derzeit so hoch wie nie: Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit, ein Indikator für diese Nachfrage, kletterte kürzlich auf 202 Punkte – ein Rekordhoch. Auch für das kommende Jahr sind die Prognosen gut. Gleichzeitig herrscht gerade im Fachkräftebereich ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften: 89 % der Führungskräfte sehen es in einer Befragung durch den Personaldienstleister Robert Half als Herausforderung, freie Stellen zu besetzen.

Von der starken Nachfrage – und der damit verbundenen Konkurrenzsituation der suchenden Unternehmen – profitieren die Arbeitnehmer: Die Löhne steigen 2016, für IT-Fachkräfte sogar um bis zu knapp 6 %. Das zeigt die kostenlose Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half, die die Gehaltsentwicklung für 46 verschiedene IT-Positionen auflistet.

Die IT gehört zu den größten Gewinnern

Im Vergleich zum Finance-Bereich oder administrativen Bereich sind in der IT stärkere Gehaltssprünge drin. Denn die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet voran und IT-Profis sind weiterhin knapp. Unternehmen tun sich nicht nur schwer damit, neue Fachkräfte zu finden, sie müssen auch verhindern, dass vorhandene Mitarbeiter abgeworben werden. Das schlägt sich in der erwarteten Lohnentwicklung nieder. Einige Berufe stechen dabei besonders hervor:

Netzwerk- und Security-Administratoren (+ 5,0 %), Netzwerkadministratoren (+ 4,9 %) und Software-Entwickler für Java (+ 4,4 %) können sich über die größten Zuwächse freuen.

Die Übersicht listet ab Seite 20 auch die meist gefragten IT-Spezialisten für die nächsten fünf Jahre, wie sie laut einer Robert Half Befragung von 200 CIOs in Deutschland eingeschätzt werden. Diese IT-Profis werden demnach die höchsten Gehaltsforderungen einfordern können:

  • Security-Spezialisten
  • Webentwickler
  • Fachkräfte mit direktem Kundenkontakt
  • Anwendungsentwickler
  • Netzwerk-Spezialisten

Regionale Unterschiede

Natürlich unterscheidet sich die Gehaltsentwicklung nicht nur nach Beruf und Branche, sondern auch nach Region und Berufserfahrung. Im bundesweiten Vergleich können IT-Fachkräfte in Frankfurt, München und Köln am besten verdienen, wie die folgende Grafik zeigt:

Quelle: Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half
Quelle: Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half

Den direkten Zugriff auf einzelne Berufe bietet mit wenigen Klicks ein eigener Gehaltsrechner: Hier lässt sich anhand der Kriterien „Arbeitsbereich“, „Titel“ und „Berufserfahrung“ die gängige Gehaltsspanne errechnen. Der Rechner ist kostenlos auf der Webseite von Robert Half verfügbar, ebenso wie die Gehaltsübersicht.

Gute Zeiten für Angestellte – harte Zeiten für Arbeitgeber?

Steigende Gehälter bedeuten nicht zwangsläufig, dass Arbeitnehmern am Ende auch mehr übrig bleibt. Doch die jüngsten Prognosen der Deutschen Bundesbank stimmen hier zuversichtlich: Aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank rechnet sie für 2016 mit einer Inflationsrate von 1,8 %. Auch inflationsbereinigt bleibt für die meisten Arbeitnehmer demnach ein Gehaltsplus.

Angesichts der starken Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt können Unternehmen nicht ganz so entspannt in die Zukunft schauen. Sie müssen sich nicht nur darüber Gedanken machen, auf welchem Wege sie am effektivsten neue Mitarbeiter finden, sondern sich auch besonders gut auf Gehaltsverhandlungen vorbereiten. Denn nur wer über die aktuellsten Gehaltsentwicklungen auf dem Laufenden ist, kann überzeugende Angebote machen und ist der Konkurrenz immer etwas voraus. Die Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half steht hier kostenlos zum Download bereit.

Über den Autor
Sven Hennige verantwortet als Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands die Geschäfte von Robert Half in Deutschland, Österreich, Schweiz und den Niederlanden. Der studierte Betriebswirt bringt über 20 Jahre Erfahrung in der Branche mit und ist damit ein ausgewiesener Marktkenner für die Vermittlung von Fach- und Führungskräften auf Zeit und in Festanstellung.

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