IT-Gehälter: 2016 ist mehr drin

Gastbeitrag von Sven Hennige

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist derzeit so hoch wie nie: Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit, ein Indikator für diese Nachfrage, kletterte kürzlich auf 202 Punkte – ein Rekordhoch. Auch für das kommende Jahr sind die Prognosen gut. Gleichzeitig herrscht gerade im Fachkräftebereich ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften: 89 % der Führungskräfte sehen es in einer Befragung durch den Personaldienstleister Robert Half als Herausforderung, freie Stellen zu besetzen.

Von der starken Nachfrage – und der damit verbundenen Konkurrenzsituation der suchenden Unternehmen – profitieren die Arbeitnehmer: Die Löhne steigen 2016, für IT-Fachkräfte sogar um bis zu knapp 6 %. Das zeigt die kostenlose Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half, die die Gehaltsentwicklung für 46 verschiedene IT-Positionen auflistet.

Die IT gehört zu den größten Gewinnern

Im Vergleich zum Finance-Bereich oder administrativen Bereich sind in der IT stärkere Gehaltssprünge drin. Denn die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet voran und IT-Profis sind weiterhin knapp. Unternehmen tun sich nicht nur schwer damit, neue Fachkräfte zu finden, sie müssen auch verhindern, dass vorhandene Mitarbeiter abgeworben werden. Das schlägt sich in der erwarteten Lohnentwicklung nieder. Einige Berufe stechen dabei besonders hervor:

Netzwerk- und Security-Administratoren (+ 5,0 %), Netzwerkadministratoren (+ 4,9 %) und Software-Entwickler für Java (+ 4,4 %) können sich über die größten Zuwächse freuen.

Die Übersicht listet ab Seite 20 auch die meist gefragten IT-Spezialisten für die nächsten fünf Jahre, wie sie laut einer Robert Half Befragung von 200 CIOs in Deutschland eingeschätzt werden. Diese IT-Profis werden demnach die höchsten Gehaltsforderungen einfordern können:

  • Security-Spezialisten
  • Webentwickler
  • Fachkräfte mit direktem Kundenkontakt
  • Anwendungsentwickler
  • Netzwerk-Spezialisten

Regionale Unterschiede

Natürlich unterscheidet sich die Gehaltsentwicklung nicht nur nach Beruf und Branche, sondern auch nach Region und Berufserfahrung. Im bundesweiten Vergleich können IT-Fachkräfte in Frankfurt, München und Köln am besten verdienen, wie die folgende Grafik zeigt:

Quelle: Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half

Quelle: Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half

Den direkten Zugriff auf einzelne Berufe bietet mit wenigen Klicks ein eigener Gehaltsrechner: Hier lässt sich anhand der Kriterien „Arbeitsbereich“, „Titel“ und „Berufserfahrung“ die gängige Gehaltsspanne errechnen. Der Rechner ist kostenlos auf der Webseite von Robert Half verfügbar, ebenso wie die Gehaltsübersicht.

Gute Zeiten für Angestellte – harte Zeiten für Arbeitgeber?

Steigende Gehälter bedeuten nicht zwangsläufig, dass Arbeitnehmern am Ende auch mehr übrig bleibt. Doch die jüngsten Prognosen der Deutschen Bundesbank stimmen hier zuversichtlich: Aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank rechnet sie für 2016 mit einer Inflationsrate von 1,8 %. Auch inflationsbereinigt bleibt für die meisten Arbeitnehmer demnach ein Gehaltsplus.

Angesichts der starken Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt können Unternehmen nicht ganz so entspannt in die Zukunft schauen. Sie müssen sich nicht nur darüber Gedanken machen, auf welchem Wege sie am effektivsten neue Mitarbeiter finden, sondern sich auch besonders gut auf Gehaltsverhandlungen vorbereiten. Denn nur wer über die aktuellsten Gehaltsentwicklungen auf dem Laufenden ist, kann überzeugende Angebote machen und ist der Konkurrenz immer etwas voraus. Die Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half steht hier kostenlos zum Download bereit.

Über den Autor
Sven Hennige verantwortet als Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands die Geschäfte von Robert Half in Deutschland, Österreich, Schweiz und den Niederlanden. Der studierte Betriebswirt bringt über 20 Jahre Erfahrung in der Branche mit und ist damit ein ausgewiesener Marktkenner für die Vermittlung von Fach- und Führungskräften auf Zeit und in Festanstellung.

Kostenfreie Gehaltsanalysen 2015 – für IT, Finanzwesen und Office-Management

Vor einigen Wochen ist mir mal wieder eine neue Gehaltsübersicht der Personalberatung Robert Half ins Postfach geflattert. Heute habe ich endlich mal die Zeit gefunden, mich etwas näher damit zu befassen. Das hätte ich viel früher machen sollen, denn die 2015 Gehaltsstudie hat sich brutal gemacht. Hier schon mal mein Lob an die Leute von Robert Half – da habt Ihr einen Gehaltsreport produziert, der Arbeitnehmern und Arbeitgebern wirklich Mehrwert bietet.

Das fängt schon beim Umfang an. Waren die bisherigen Gehaltsreports eher kurze Übersichten, hat das aktuelle Werk satte 50 Seiten. Zudem umfasst die aktuelle Studie mehrere Berufsbilder aus den Jobrubriken Finanz- und Rechnungswesen, IT-Berufe und Assistenz- und kaufmännische Berufe. Fehlen eigentlich nur noch die Ingenieure und Vertriebler – vielleicht ein Tipp von mir für die kommenden Ausgaben. Auch der Look der Studie gefällt. Sie kommt ganz flott gestaltet daher und ist nicht mehr ganz so spleenig wie die vergangenen Analysen mit ihren comicartigen Bildchen.

An den Gehaltsstudien von Robert Half hat mir schon in den vergangenen Jahren immer gefallen, dass hier nicht nur dröge Gehaltstabellen verglichen werden. Auch der aktuelle Bericht gibt Aufschluss über die Arbeitsmarktsituation der jeweiligen Berufsgruppen, Trendaussagen von Arbeitgebern zu einzelnen Berufsbildern, einen Überblick über gewährte Nebenleistungen sowie eine Übersicht der gefragtesten Jobprofile in den einzelnen Berufsgruppen. Dabei gibt es erstaunliche Ergebnisse: Glaubt man den Aussagen der befragten Firmen, so fällt es ihnen schwerer, kaufmännische Assistenzpositionen zu besetzen als IT-Fachkräfte zu rekrutieren. 94% der befragten HR-Manager haben angegeben, dass es eine große Herausforderung ist, qualifizierte Fachkräfte im Office-Bereich zu finden. Zwei Drittel führen das auf einen Mangel an Fachkräften mit Spezialwissen oder in Nischenbereichen zurück. Es sind also nicht immer nur die Ingenieure und Informatiker, die schwer zu finden sind. Auch Zollsachbearbeiter oder Versicherungskaufleute mit Sparten Know-how und AssistentInnen mit Spezialwissen wachsen nicht auf Bäumen. Aber auch IT-ler sind knappe Ressourcen – hier sind nach Aussage der Arbeitgeber aktuell IT-Security-Spezialisten am schwierigsten zu rekrutieren. Das spiegelt wider, dass in vielen Firmen aktuell das Thema Datenschutz und -sicherheit hoch im Kurs steht.

Gut gefällt mir an der aktuellen Studie auch die Bandbreite an verschiedenen Berufsbilder, die beleuchtet und verglichen werden. Nichts ist dröger als Gehaltsstudien mit der Info – „IT’ler verdienen im Durchschnitt 55.000 Euro“. Die vorliegende Analyse geht hier deutlich stärker ins Detail. Insgesamt werden allein in der IT-Übersicht 49 IT-Berufe in 10 Kategorien analysiert. Zusätzlich sind die Gehätler nach Erfahrungsklassen geschlüsselt, denn die Vergütung ist bekanntermaßen stark von der hinterlegten Berufserfahrung abhängig.

 

Interessenten finden zu den folgenden Berufsgruppen detaillierte Gehaltsinfos:

IT-Berufe: IT-Management (CIO/CSO), Führungskräfte, IT-Beratung, Anwendungsentwicklung, Datenbankadministration, Internet & E-Commerce, Netzwerk & Telekommunikation, Qualitätssicherung, Software-Entwicklung und Technischer Support.

Administration & Kaufmännische Berufe: Office-Management, Sekretariat, Vertrieb, Personalbereich, Customer Service, Einkauf und Logistik.

Finanz- und Rechnungswesen: Controlling, Rechnungswesen, Steuern, Trasury und Management.

 

Ein cooler Service ist auf der Gehaltsrechner, der auf der Datenbasis der Studie aufbaut.

Und weil das monatliche Gehalt nur ein Vergütungsbaustein ist, folgt hier noch eine Aufstellung der beliebtesten Gehaltsnebenleistungen, welche die befragten Unternehmen bereits anbieten oder in Kürze anbieten möchten.

Quelle: Workplace Survey 2014 - Robert Half

Quelle: Workplace Survey 2014 – Robert Half

Zusammenfassend muss ich sagen, dass die Kollegen von Robert Half mit der aktuellen Gehaltsübersicht 2015 einen tollen Wurf gelandet haben. Es ist aus meiner Sicht die Beste der Gehaltsanalysen, die kostenfrei zugänglich sind. Ich finde es toll, dass sich die Firma hier nachhaltig mit dem Thema Vergütung beschäftigt und Jahr für Jahr eine Schippe drauflegt. Wer sich detaillierter mit den Ergebnissen für seine persönliche Profession beschäftigen befassen will, kann die Gehaltatsstudie über folgenden Link kostenfrei beziehen.

Bruttogehälter kennen in der Regel nur eine Richtung – nach oben

Nach einer Analyse des Statistikportals Statista ist die Tendenz klar: In den letzten zwanzig Jahren gab es nur 2 Jahre – 1997 und 2005 – in denen die Bruttogehälter geschrumpft sind. Das ist grundsätzlich schon mal schön für Arbeitnehmer. Auffallend sind die 4 mageren Jahre zwischen 2002 und 2005, in denen die Bruttogehälter wenn überhaupt, nur in homöopathischer Dosis gestiegen sind. Berücksichtigt man die Inflation, die zum Beispiel in den Jahren 2011/2012 bei ca. 2% p.a. gelegen hat, wird klar, dass zuviel Zurückhaltung bei Lohn und Gehalt auf Dauer zu einer schleichenden Enteignung führen kann.

Infografik: Lohn- und Gehaltsentwicklung in Deutschland | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Erfahrene Wirtschaftsprüfer und Treasurer sind die Vergütungs-Stars im Finanz- und Rechnungswesen

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gefunden bei animaatjes.de

Wir haben auf dem Blog schon länger nicht mehr über die Gehälter im Finanz- und Rechnungswesen geschrieben. Deshalb habe ich mich mal im Internet umgesehen und eine Gehaltsübersicht gefunden, die von der Personalvermittlung Robert Half erstellt wurde. Wichtig vorab: Bei der Analyse wird der Unternehmens-bereich des Finanz- und Rechnungs-wesens beleuchtet und nicht die Finanzbranche mit ihren „Boni-Bankern“. Wer also wissen möchte, wo er mit einem Einstieg im Investment-Banking am besten abkassieren kann, ist mit dieser Gehaltsübersicht falsch beraten. 😉

Die Personalberatung erstellt die Gehaltsübersichten nach eigener Aussage bereits seit 2006 und hat kürzlich die Ausgabe für 2014 vorgelegt. Es handelt sich hierbei nicht um eine repräsentative Vergütungsstudie – das wird gleich auf Seite 2 betont. Für die Gehaltsübersicht sind aber eine Vielzahl von Arbeitgeber- und Bewerberaussagen ausgewertet worden. Und da es sich bei Robert Half um einen der Marktführer in der Vermittlung von Finanzspezialisten handelt, können wir wohl davon ausgehen, dass die Übersicht eine gute Orientierungshilfe darstellt. Letztlich ist das Gehalt immer Verhandlungssache und die wenigsten Menschen verdienen genau DAS Durchschnittsgehalt.

Die gute Nachricht vorab: Robert Half hat die CFO (Chief Financial Officers) oder auf gut deutsch die Kaufmännischen Leiter, zu ihren Zukunftserwartungen befragt. Und die scheinen nicht schlecht zu sein, denn 90% der befragten Manager erwarten eine positive Unternehmensentwicklung, was sich auch bei den Neueinstellungen bemerkbar machen dürfte. Ein Drittel der Befragten wollte im zweiten Halbjahr 2013 neue Stellen schaffen und rund die Hälfte der Befragten hat angegeben, dass sie frei werdende Stellen nachbesetzen wollen. Es wird ja den Finanzexperten gerne nachgesagt, dass sie den „Head Count“ im Unternehmen begrenzen möchten; aktuell scheint das aber nicht der Fall zu sein. Das wollten wir überprüfen und haben mal in der Metastellenbörse ICJobs recherchiert. Am 12. Februar haben wir in der Kategorie „Rechnungswesen, Finanzen, Controlling, Banking“  sage und schreibe 26.392 Stellenangebote gefunden. Bezogen auf die Monatswerte kann der Arbeitsmarkt für Finanzspezialisten den positiven Trend aus 2013 fortsetzen (s. Grafik).

Jobtrend 2013/2014 für Stellen im Finanzwesen und Rechnungswesen

Jobtrend 2013/2014 für Stellen im Finanzwesen und Rechnungswesen

Drei Viertel der von Robert Half befragten Firmen gehen übrigens davon aus, dass es heutzutage herausfordernd ist, qualifizierte Mitarbeiter im Rechnungswesen zu finden; besonders in engen Zielgruppen. Am gefragtesten sind derzeit Finanzanalysten und Finanzmanager, auch das Feld Compliance ist stark umkämpft. Der Buchhalter als „interner Polizist“ ist nicht erst seit den aktuellen Skandalen um Mauscheleien bei Großbanken sehr gefragt. Weniger schwierig sehen die Arbeitgeber das Umfeld Audit, Risk-Management und die Lohn- und Gehaltsbuchhaltung. Hier scheint das Angebot an Fachkräften größer als die Zahl der Stellenangebote zu sein.

Im Süden scheint für Finanzprofis die Sonne – zumindest finanziell

Robert Half betreibt Büros in vielen deutschen Städten und hat die Verdienstmöglichkeiten regional verglichen. Dabei kam heraus, dass in den süddeutschen Metropolen Frankfurt (114%), Stuttgart und München (beide 111%) die höchsten Gehälter im Vergleich zum Durchschnittseinkommen bezahlt wird. Es folgen Wiesbaden, Düsseldorf, Mannheim und Hamburg (102-105%). Beschäftigte in Köln und Bonn können mit einem Durchschnittseinkommen (98%) rechnen. Auf Abschläge bis 16% müssen sich Finanzspezialisten in den Städten Berlin, Essen und Freiburg einstellen. Warum das so ist? Dazu sagt die Gehaltsübersicht leider nichts. Erfahrungsgemäß spielt hier aber ein Mix aus  verschiedenen Faktoren eine Rolle. Die industrielle Struktur zum Beispiel, der Anteil von Großunternehmen oder Konzernen, die Ballung von Zukunftsbranchen oder margenstarken Unternehmen und nicht zuletzt das Angebot an Fachkräften in der Region.

„Sag mir was Du tust – und ich sag Dir was Du verdienst“

Eine Sache hat mir bei der Gehaltsübersicht sehr gut gefallen. In der Übersicht sind die Gehälter nach verschiedenen Funktionen wie (Junior)-Controller, Senior-Controller, Steuerfachangestellter, Steuerassistent, Wirtschaftsprüfungsassistent, Steuerfachwirt und -berater, Wirtschaftsprüfer, Treasurer und natürlich alle unterschiedlichen Bereiche der Buchhaltung untergliedert. Das ist auch gut so, denn gerade im Finanz- und Rechnungswesen werden Spezialisten sehr unterschiedlich vergütet. Schließlich spreizt sich hier das „Expertentum“ auch sehr weit vom angelernten Buchhaltungssachbearbeiter bis zum promovierten und mehrfach examinierten Wirtschaftsprüfer.

Ferner wird in 5 Ausprägungen nach der Berufserfahrung in den jeweiligen Funktionen unterschieden. Das finde sicher nicht nur ich spitze. Denn es macht einen Riesenunterschied, ob ich gerade mal 2 Jahre im Beruf stecke oder ein erfahrener Buchhalter mit 15 Jahren Berufspraxis bin. In den verschiedenen Funktionsbereichen werden dann auch noch die Führungsrollen vergütungstechnisch analysiert – Leiter Controlling oder CFO zum Beispiel.
Die Treasurer und Wirtschaftsprüfer sind die heimlichen Vergütungs-Stars im Rechnungswesen. Es ginge jetzt zu weit, die ganzen Tabellen abzutippen. Das würden die Leute von Robert Half sicher nicht gerne sehen. Wen es interessiert, der kann sich die Detailanalyse direkt über die Webseite von Robert Half kostenfrei runterladen.

Wo kann ich denn als Finanzexperte nach 6-9 Jahre im Job am besten verdienen?

Wo sind die Vergütungsmöglichkeiten am Besten? Wer sich danach orientiert, sollte möglichst nicht in der „klassischen“ Finanzbuchhaltung einsteigen. Nach 6-9 Jahren Berufserfahrung ist hier bei rund 63.000-73.000 Euro Jahresgehalt das Ende der Fahnenstange erreicht (als Financial Analyst). Als Senior Controller sind schon 65.000-81.000 Euro Jahresgehalt drin. Noch besser sind die Möglichkeiten im Treasury (70.000-85.000 Euro) oder in der Steuerberatung (69.000-86.000 Euro). Wer es schafft, das (schwierige) Wirtschaftsprüfer-Examen abzuschließen, dem stehen zumindest finanziell alle Wege offen. Mehr als die Wirtschaftsprüfer verdienen im Finanzbereich nur noch die Führungskräfte – und die „Bonus Banker“ aus dem Investment-Banking. Aber das ist ja wieder eine andere Geschichte. 😉

IT-Gehälter 2014 – Robert Half Technology deckt auf

Im Mai haben wir auf dem Gehälterblog über die letzte Robert Half Gehaltsübersicht für IT-Berufe berichtet. Nun im Herbst ist die 2014er Ausgabe erschienen, die wir uns natürlich gleich für unsere Leser näher angeschaut haben.

Die Gehaltsübersicht besteht wie im vergangenen Jahr wieder aus zwei Teilen. Teil 1 basiert auf einer Studie von Robert Half Technology, dem „Workplace Survey“. 100 CTOs und CIOs – auf gut Deutsch IT-Bereichsleiter – wurden hier zu Trends, Wachstumsaussichten und Rekrutierungsbedarf in ihrem Unternehmen befragt. In Teil 2 werden dann die Vergütungsaussichten für insgesamt 46 IT-Positionen dargestellt. Basis für die Analyse war eine mehrdimensionale Befragung von Personalberatern, Robert Half Management, Bewerbern und Firmenkunden. Bezugsgröße sind die Bruttojahresgehälter ohne Boni, Benefits und weitere Zusatzleistungen – also der vertraglich garantierte Total-Cash.EDV-GeSalComp

 

Wir sind hier beim Gehälterblog, deshalb starten wir bei Teil 2 – der Gehaltsanalyse. Here we go:

Es gibt ja eine Menge Gehaltsanalysen im Markt, die meisten weisen stark aggregierte Werte auf. Bei der vorliegenden Gehaltsübersicht der Jungs und Mädels bei Robert Half fällt auf, dass sie mit 46 unterschiedlichen IT-Funktionen sehr detailliert ist. Das ist für eine kostenfreie Analyse bemerkenswert und schützt den Leser davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Wir müssen immer schmunzeln, wenn wir Kurzanalysen der Art lesen: „Bei Banken verdient man durchschnittlich 4.508 Euro pro Monat.“ (stand so kürzlich in der FAZ.net). Was nutzt mir das, wenn ich nach 2-3 Jahren im Job wissen möchte, wo ich stehe und was mir zusteht? Deshalb hat Robert Half Technology in seiner Analyse die Gehälter auch nach Berufserfahrung gestaffelt, und auch diese Staffeln sind nicht zu weit gespreizt: 0-2 Jahre, 3-5 Jahre, 6-9 Jahre und > 10 Jahre. Sehr gut – das ist sinnvoll und gefällt uns.

Wir können hier natürlich nicht die kompletten Daten ins Blog kopieren, aber jeder kann sich die Studie gerne kostenfrei herunterladen.

Ein paar Daten möchen wir aber doch preisgeben. Dass Gehälter von der Berufserfahrung und vom Wissen abhängig sind, ist jetzt sicher nicht die große Überraschung. Schaut man sich die Daten aber genauer an, kommt man schon ins Grübeln: So kann laut Analyse ein IT-Consultant mit 3-5 Jahren Berufserfahrung zwischen 46.000 und 61.000 Euro verdienen – eine Bandbreite von 15.000 Euro. Oder ein Software-Architekt mit 3-5 Jahren Erfahrung steht mit einer Vergütung von 48.000 – 58.000 Euro in der Studie (10.000 Euro Unterschied). Mit zunehmender Berufserfahrung werden die Bandbreiten tendenziell größer. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Mitnichten. Hier wird sichtbar, dass Gehälter von diversen strukturellen Bedingungen abhängen: Die Größe des Arbeitgebers spielt eine Rolle, der Beschäftigungsort, die Firmenbranche und deren Marge bzw. Profitabilität. Bezüglich der Regionen wurde in der Analyse für die Städte, in denen Robert Half Niederlassungen betreibt, eine Art Index ermittelt. Demnach werden in Hamburg (105%) und München (104%) die höchsten Gehälter bezahlt, gefolgt von Stuttgart/Frankfurt (beide 102%), Düsseldorf (100%) und Köln (95%). Die rote Laterne hält Berlin mit 91% der Durchschnittsgehälter. Das deckt sich in etwa mit den Egebnissen von anderen Vergütungsberatungen wie etwa Personalmarkt. Zu den Gehaltsschwankungen nach Branchen und Firmengröße beinhaltet die Analyse von Robert Half Technology leider keine Angaben. Es gilt aber die Faustregel, dass Großunternehmen höhere Vergütungen als kleinere und mittlere Firmen bezahlen.

Die großen Bandbreiten zeigen aber, dass nicht zuletzt jeder Arbeitnehmer selbst gefragt ist. Wer darauf wartet, dass der Arbeitgeber mit einer Gehaltserhöhung auf einen zukommt, wird im Verlauf der Zeit abgehängt. Wir erleben in unserer Beratungspraxis bei CAVISIO immer wieder, dass Kandidaten mit exzellenten Referenzen ihre Arbeitskraft teils deutlich unter Wert verkaufen. Hat sich die Gehaltsschere dann einmal zu weit geöffnet, wird es meist unmöglich, mit einer Gehaltsrunde die Gehaltslücke wieder zu schließen. Empfehlenswert ist deshalb, alle 2 Jahre mit dem Vorgesetzen ein Vergütungsgespräch zu führen – idealerweise nach einer Beförderung oder Vorgesetztenwechsel. Es besteht natürlich auch jederzeit die Möglichkeit, sich extern nach einer neuen Stelle umzusehen und dann die Gehalts-Karten neu zu mischen.

Kommen wir zum spannendsten Punkt der Analyse: Welche Funktionen im IT-Bereich sind denn am besten bezahlt?

Es überrascht nicht, dass die IT-Führungskräfte, voran die CIOs der Unternehmen, am meisten verdienen. IT-Vorstände mit langjähriger Erfahrung können mit mehr als 167.000 Euro Jahresgehalt rechnen. Auch langjährige IT-Leiter und Teamleiter kommen in den sechsstelligen Gehaltsbereich. Wer in der IT-Beratung sein Gehalt maximieren möchte, sollte auf die Bereiche Consulting und Projektmanagement zielen und den IT-Betreuungsbereich möglichst meiden. In der Anwendungsentwicklung zählen die Datenbankentwickler, DB-Administratoren und Data-Warehouse-Spezialisten zu den Top-Verdienern. Internet-, e-Commerce- und Netzwerkspezialisten zählen vergütungsseitig zum Mittelfeld – sieht man von einzelnen Rollen wie Produktmanagern oder Netzwerkarchitekten ab. Wer schließlich im Software-Entwicklungsumfeld auf eine überdurchschnittliche Vergütung aus ist, sollte sich auf die Technologien Java, C#/.NET, C++ oder ABAP spezialisieren oder in Richtung IT-Architekt weiter entwickeln. In den Bereichen PHP oder Typo3-Webentwicklung sind die Verdienstmöglichkeiten unterdurchschnittlich. Wer seine Karriere im Feld Helpdesk und Technischer Support sucht, der muss sich im Klaren darüber sein, dass er vermutlich nie zu den Top-Verdienern zählen wird. Mit Ausnahme der Funktion des Systemingenieurs sind hier die finanziellen Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt.

Zu einem wettbewerbsfähigen Vergütungspaket gehören aber nicht nur die individuellen vertraglichen Bezüge. Viele Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern breit gefächerte Pakete an Zusatzleistungen. Das können Essenzuschüsse, Zuschüsse bei der Altersversorgung, betriebliche Kindergärten, Firmen-Handy, Tablets, Notebooks, ein Home-Office und natürlich der Dienstwagen sein. Auch betriebliche Weiterbildungen erhöhen im Laufe der Karriere den Marktwert. Gerade im IT-Bereich nehmen die Zusatzleistungen zu, da sich immer mehr Arbeitgeber aufgrund des Wettbewerbs um IT-Spezialisten zu sogenannten „Caring-Companies“ entwickeln.

Kommen wir zum Abschluss des Artikels noch zur „Workplace Survey“ von Robert Half Technology. Wie bereits beschrieben, wurden hier 100 IT-Chefs über ihre Zukunftserwartungen befragt. Für IT-Spezialisten ermutigend ist sicher, dass 88% der Befragten zuversichtlich (davon jeder siebte sogar sehr zuversichtlich) für die Wachstumsaussichten ihrer Firma sind und 94% mit weiteren Investitionen rechnen. Dass ebenfalls 88% der CIOs das Finden geeigneter Mitarbeiter für herausfordernd halten, dürfte für anhaltend gute Verdienstaussichten im IT-Umfeld sorgen.

Besonders schwierig ist die Stellenbesetzung laut Survey übrigens in den Bereichen Software-Entwicklung und Anwendungsentwicklung, IT-Security, Systemadministration und Business Analyse. Gute Verhandlungsmöglichkeiten für erfahrene Spezialisten aus diesen Bereichen. Wer über seine persönlichen Möglichkeiten im Unklaren ist, kann sich übrigens von erfahrenen Karriere-Coaches wie denen von CAVISIO neutral beraten lassen.

 

 

„Heilig’s Blechle“ – Firmenwagentrends 2013

Kürzlich bin ich auf den Firmenwagenmonitor Deutschland 2013 von Compensation-Online gestoßen. Da ich selber Autofreak bin und der Firmenwagen nach Aussage der Vergütungsexperten nach wie vor die beliebteste Zusatzleistung zum Gehalt ist, habe ich mir die Analyse für die Leser vom Gehälterblog vorgenommen. Die Verfasser der Analyse haben mehr als 32.000 Arbeitsverhältnisse aus der Gehaltsdatenbank von PersonalMarkt ausgewertet und ermittelt, wer in Deutschland welche Firmenwägen in welcher Preisbandbreite fahren darf – spannend!

Dienstwagenstudie

Mercedes Benz stellt einen Anteil von rund 9% der deutschen Firmenwagen

Starten wir mit dem „wer“: Kaum überraschend sind Firmenwagen insbesondere in der Führungsetage angesagt. Jede zweite Führungskraft bekommt von ihrem Arbeitgeber einen Dienstwagen gestellt. Bei den Geschäftsführern dürfen knapp 70 Prozent auf Kosten der Firma Auto fahren, dicht gefolgt von den Vertrieblern und den Niederlassungsleitern. Bei den Vertriebsleitern kommen sogar drei Viertel in den Genuss eines Dienstwagens. Das Nachsehen haben Personaler (40,8%) und Produktionsleiter (35%). Geringer sind die Dienstwagenquoten bei Fachkräften und Spezialisten. Knapp ein Viertel der Vertriebsfachkräfte ohne Führungsfunktion darf sich auf einen Dienstwagen freuen, gefolgt von den Technikern (14%) und IT’lern (11,3%). Danach sieht es düster aus. Die rote Laterne tragen Referenten und Sachbearbeiter aus den Bereichen Finanzen (3,8%) und Steuern (3,2%). Bei den Fachkräften scheint der Dienstwagen für die Unternehmen häufig auch nützliches Extra zu sein. Wer beruflich viel unterwegs ist, erhält einen Wagen, der Rest eben nicht.

In der Analyse wurden auch die Gehälter (Total Cash) mit der Dienstwagenverbreitung und den Bruttolistenpreisen gegenübergestellt. Es verwundert nicht, dass die Größe bzw. der Preis des Wagens an das Bruttogehalt gekoppelt ist. Führungskräfte, die mehr als 200.000 Euro im Jahr verdienen, dürfen sich auf einen Dienstwagen zum Durchschnittspreis von etwa 65.000 Euro freuen. Wer mit einem Durchschnittseinkommen von unter 30.000 Euro „gesegnet“ ist, darf sich auf ein Fahrzeug mit einem Durchschnittspreis von 21.000 Euro einstellen. In dieser Gehaltsklasse sind laut Analyse aber auch nur rund 2% der Angestellten Dienstwagenfahrer. Statistisch relevanter ist sicher die Gehaltsbandbreite von 50.000 bis 90.000 Euro, in der sich die meisten Dienstwagenfahrer aufhalten dürften. Hier werden durchschnittlich 35.000 – 40.000 Euro vom Arbeitgeber für einen Dienstwagen locker gemacht. Interessant ist, dass die Preise der Dienstwagen für Führungskräfte einigermaßen unabhängig von der Firmengröße sind. Sieht man von den Kleinstunternehmen (1-5 MA) und den Firmen mit mehr als 20.000 MA ab, liegt der durchschnittliche Bruttolistenpreis bei sämtlichen Firmen um 47.000 Euro. Die meisten Firmen scheinen Wert darauf zu legen, dass ihre Führungskräfte standesgemäß motorisiert sind. Wer noch nicht in den Führungszirkel aufgestiegen ist, muss sich mit weniger bescheiden. Hier liegt der Durchschnitsspreis bei rund 33.000 Euro. Bei den Fachkräften geht auch beim Fahrzeugpreis die Schere zwischen kleineren und Großunternehmen auf.

Die Leute von Compensation-Online haben auch die Branchen ausgewertet. Besonders hoch ist der Anteil der Firmenwagenfahrer in den Branchen Bau (31,1%), Pharma und IT-Systemhäusern (beide 28,2%) sowie Konsum- und Gebrauchsgütern (25,6%). Düster sieht es für Angestellte in den Branchen Soziale Einrichtungen (3,9%), Bildung (3%), Öffentliche Verwaltung (2,5%) und Forschung (2,0%) aus. Vater Staat scheint nicht so viel vom Incentive Firmenwagen zu halten. Über alle Branchen gesehen kommt etwa jeder achte Beschäftigte (13,6%) in den Genuss eines Firmenwagens.

Dienstwagenstudie

Man fährt deutsch. Exotische Marken sind bei Dienstwagen tabu. Eigentlich schade!

Welche Firmenwagen fahren die Deutschen am häufigsten – Mercedes, BMW, Porsche? Weit gefehlt: Volkswagen stellt mit 28% den größten Marktanteil. Hier ist der Name Programm auch bei den Fach- und Führungskräften. Danach kommen Audi (21%), BMW (13%) und Mercedes (9%). Das Motto der deutschen Fuhrparkmanager lautet: „Man fährt deutsch“. Zählt man die Marken Opel und Ford dazu, stellen die deutschen Hersteller 82% der Firmenwägen. Des deutschen Mannes Lieblingsfahrzeug, der Porsche, kommt übrigens nur auf 2,4 Promille bei den Firmenwagenzulassungen. Woran das wohl liegt? 😉 Vielleicht am Preis, denn der durchschnittliche Porschefirmenwagen kommt dann doch auf rund 98.000 Euro Bruttolistenpreis. Die Eigner dieser rollenden Statussymbole verdienen im Durchschnitt 2,8 mal so viel (275.726 €) – pro Jahr versteht sich. Das erklärt dann auch die geringe Durchdringung von Porsche im Firmenwagengeschäft. Firmenwagenfahrer der Marken Mercedes, BMW und Audi verdienen im Schnitt zwischen 98.000 Euro (Audi) und 108.000 Euro (BMW). Deren Fahrzeuge dürfen dann durchschnittlich zwischen 46.000 und 48.000 Euro kosten. Der Volkswagen-Fahrer, der ja auch bei den Firmenwagen mit 28% den Maßstab darstellt, verdient laut Analyse durchschnittlich 64.500 Euro p.a. und sein Fahrzeug darf im Schnitt 33.000 Euro kosten.

Kommen wir zum Abschluss zu den Möglichkeiten der Bediensteten der einzelnen Fachbereiche. In der Analyse wurde auch betrachtet, wie die Bruttolistenpreise im Schnitt in den jeweiligen Fachbereichen variieren. Kommen wir zur Hitliste – in welchen Fachbereichen dürfen sich die Dienstwagenfahrer die teuersten Fahrzeuge wählen (Durchschnitte):

  1. Finanzen => 42.634 Euro
  2. Marketing => 40.772 Euro
  3. IT-Bereich => 38.521 Euro
  4. Einkauf => 37.697 Euro
  5. Vertrieb => 37.592 Euro
  6. Personal => 34.946 Euro
  7. Technik => 34.566 Euro
  8. Produktion => 33.483

Wer jetzt überrascht ist, dass der Vertrieb nur auf Platz 5 gelandet ist, mag sich vergegenwärtigen, dass hier der Anteil der Fachkräfte an den Dienstwagenfahrern auch am höchsten ist, während in den anderen Funktionsbereichen fast nur Führungskräfte in den Genuss eines Dienstfahrzeugs kommen – und der Preis des Wagens korrespondiert ja ebenfalls mit dem Bruttogehalt des Fahrers.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Es spielt keine große Rolle, in welchem Bundesland man beschäftigt ist. In allen Ländern liegt der Anteil der Dienstwagenfahrer über sämtliche Beschäftigten bei 10-15 %. 🙂

IT-Gehaltsanalyse deckt auf: München auch gehaltsmäßig Champions League

Im Internet kursieren ja eine ganze Reihe Gehaltsstudien und Vergütungsvergleiche. Über die alma mater Gehaltsstudie speziell für akademische Nachwuchskräfte habe ich ja bereits mehrfach auf diesem Blog geschrieben. Kürzlich habe ich mir mal die Gehaltsübersicht 2012 von Robert Half Technology angeschaut. Die IT-Sparte der Personalvermittlung hat hier für ihre Kunden eine Übersicht über die Vergütungssituation und Bedürfnisse der IT-Spezialisten zusammengestellt. Basis für die ausgewerteten Gehaltsdaten sind die Erfahrungen der Robert Half-Personalberater, die Erkenntnisse des Senior Managements sowie exklusive und repräsentative Marktforschung für die CIOs in Deutschland von der Vermittlungs-Company befragt worden sind. Robert Half ist kein kleiner Laden und verfügt über eine ganze Reihe Niederlassungen in Deutschland, sodass ich grundsätzlich mal von einer repräsentativen Datenbasis ausgehe. Die Gehaltsanalyse datiert von September 2012, ist demnach noch ziemlich aktuell und ich will sie an dieser Stelle kurz für Euch rezensieren. Here we go:

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Quelle: Robert Half Technology

Was schon auf den ersten Blick auffällt, ist der hippe Auftritt der 12-seitigen Markübersicht. Nette Comic-Art, Piktogramme, schicke Diagramme, Rahmen, Infoboxen satt. Das macht Lust auf mehr, wenngleich es aus CI-Gesichtspunkten so überhaupt nicht zum sehr konservativen Auftritt von Robert Half im Web passt. Das soll uns hier aber nicht stören – wir sind schließlich ein Gehälterblog und kein Marketing-Blog 😉

Ab zum Inhalt der Studie: Die Gehaltsanalyse in der Robert Half Studie wird anhand der späteren Funktion im IT-Bereich und der Einsatzregion analysiert. Ausgangsbasis sind die jährlichen Bruttogehälter ohne Zusatzleistungen; dies wären zum Beispiel Boni, Mitarbeiterjahresprämien oder Überstundenentgelt. Genannt sind für jede Funktion die Gehaltsuntergrenze und -obergrenze sowie das Durchschnittsgehalt. Es ist nirgends genau beschrieben, aber ich vermute, dass es sich um das arithmetische Mittel und nicht den Median handelt. Ausgewertet wurden von den Halfs folgende IT-Funktionen: IT-Leitung, Chief Security Officer (CSO), Chief Information Officer (CIO), Chief Technology Officer (CTO), verschiedene Funktionen in der Anwendungsentwicklung, Datenbankadministration, Internet & E-Commerce, Netzwerk & Telekommunikation, Qualitätssicherung, IT-Sicherheit, Softwareentwicklung, Helpdesk und technischer Support. Insgesamt wurden von Robert Half 38 IT-Funktionen ausgewertet. Das ist top und da sollte sich eigentlich fast jeder IT-Spezi irgendwo wiederfinden.

So erfahren wir zum Beispiel, dass ein Anwendungsentwickler zwischen 42.500 Euro und 58.000 Euro verdient und das Durchschnittsgehalt in der Anwendungsentwicklung bei 50.071 Euro liegt. Das Data Analyst kann zwischen 39.000 Euro und 49.000 Euro verdienen (im Durchschnitt 43.833 Euro). An den beiden Beispiele lässt sich schnell erkennen, dass die Gehaltsanalyse von Robert Half nur dazu dienen kann, eine grobe Näherungsgröße zu bekommen – mehr nicht. Wer sich mit dem Thema Vergütung näher beschäftigt weiss genau, dass wahnsinnig viele Größen Einfluss aufs Gehalt nehmen. Größe des Arbeitgebers, Branche, Wettbewerbsintensität, Region, Kundenklientel des Arbeitgebers, Produktspektrum – nicht zuletzt die Vergütungspraxis der jeweiligen Branche – Stichwort: Perverse Boni der Investmentbanker. Es ist schade, dass die Leute von Robert Half hier keinen groben Index für die verschiedenen Kriterien mit in die Analyse aufgenommen haben.

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Quelle: Robert Half Technology

HALT!!!! Es gibt eine Ausnahme. Die Jungs von Robert Half haben die regionale Komponente untersucht. Zwar sind nur sechs große Städte in der Analyse ausgewertet – München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, Berlin und Düsseldorf – in diesen Metropolen sind vermutlich die größeren Robert Half IT-Niederlassungen. Wer jetzt in Dresden, Nürnberg oder Bremen arbeitet, schaut hier vielleicht erst einmal in die Röhre. Die regionale Übersicht zeigt aber klar, dass Gehälter regional sehr unterschiedlich ausfallen, was jeden für eine etwaige Gehaltsverhandlung sensibilisieren sollte. Exemplarisch habe ich hier mal die Unterschiede für die Funktionen IT-Leitung und Datenbankentwicklung rausgezogen. Und die Unterschiede sind beträchtlich. So kann ein IT-Leiter in der bajuwarischen Landeshauptstadt München sage und schreibe 44 Prozent mehr als der Durchschnitt seiner deutschen Kollgen verdienen. Wow! Mit 30% bzw. 40% Abstand kommen die Stuttgart IT-Chefs gefolgt von den CIO in der Hessenmetropole Frankfurt. Schlusslicht sind die Berliner IT-Leiter, die sich mit kümmerlichen 84 % des Durchschnittssalärs begnügen müssen. Bei den Datenbankentwicklern sieht die Spreizung nicht ganz so gravierend aus, aber man kann klar erkennen, dass auch hier die Region ein gewichtiges Wörtchten bei der „Gehaltsverhandlung“ mitredet. In der Gehaltsanalyse hat Robert Half acht IT-Funktionen regional untersucht. Fünf mal steht München an der Spitze, je einmal Düsseldorf (SW-Entwicklung), Hamburg (3rd-Level-Support), und Stuttgart (Datenbankentwicklung). Die Münchener zeigen mal wieder Klasse, und das nicht nur in der Champions League 😉

RegionaleAnalye_JAVA_icjobs

Quelle: ICJobs- Jobsuchmaschine

Jetzt fragt sich vielleicht einer: „Mensch, warum kriegen die Münchener ITler so viel Geld?“. Ganz einfach weil dort einfach die meisten Stellen zu besetzen sind. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und ein bisschen im Web recherchiert. Auf der Stellenbörse ICJobs wurden zigtausend Angebote für JAVA-Entwickler ausgeworfen und wie man unschwer erkennen kann „knubbelt“ sich eine Vielzahl der Angebote in München und seinem Speckgürtel. Am Ende des Tages sind Gehälter immer noch Marktpreise und in der Westpfalz oder in Ost-Brandenburg ist IT-seitig einfach „der Hund begraben“ – und dann sind eben die Verdienstmöglichkeiten mau.

Zusammenfassend kann man sich bei Robert Half bedanken, dass sie sich die Mühe gemacht haben, für ihre Bewerber und Firmenkunden diese Studie rauszubringen. Hier ist nochmal der Download-Link zu Studie. Um eine individuelle Gehaltsanalyse zu erhalten, kommt der geneigte Leser aber nicht an vielen Gesprächen oder die Einschaltung eines spezialisierten Analysehauses wie zum Beispiel Personalmarkt herum. Für eine 100% verlässliche Einstufung sind die Werte dann doch zu sehr aggregiert und es fehlen die qualitativen Angaben, die in einer ordentlichen, repräsentativen Statistik vorhanden sein sollten. Die Gehaltsdaten geben aber eine guten Näherungswert und jeder kann erkennen, wo er in etwa im Gehaltsgefüge mitschwimmt. Und ermuntern die Zahlen den einen oder anderen IT-Spezialisten ja auch zum Umzug. „Arm aber sexy“ (Berlin) oder „(Edel-)Laptop und Lederhose (München) – die Wahl liegt bei jedem Einzelnen selbst.

In diesem Sinne wünsche ich jedem Leser jetzt ein schönes Pfingstwochenende.

Es grüßt Jürgen vom Gehälterblog.

Webinar-Rückschau zum Equal Pay Day

Vor gut 1,5 Wochen habe ich hier auf mein Webinar zum Thema „Einstiegsgehälter und Gehaltsverhandlung“ hingewiesen, das ich auf Einladung von Melanie Vogel von Career-Webinars.com durchgeführt habe. An dieser Stelle nochmal meinen Dank an Melanie für die gute Organisation, die Einrichtung des Webraums und natürlich das Marketing. 🙂

Obwohl ich bereits etliche Webinare durchgeführt habe, war ich ehrlich gesagt dieses Mal ein bisschen aufgeregt und das aus zwei Gründen: Erstens ist meine Internetbandbreite in meinem Heimatstädtchen am Fuße der Schwäbischen Alb mit 1 MB/s ziemlich unterdimensioniert für moderne Kommunikationstechnik und Tonübertragung. Zweitens konnte ich mein neues Bluetooth-Headset hier zum ersten Mal live testen. Die Nervosität war dann aber unbegründet und zwei Beweise konnten erbracht werden: In Notzingen kann man Webinare durchführen und ein 17 Euro Headset von Amazon kann man durchaus semiprofessionell benutzen.

Jetzt aber genug der Vorrede, kommen wir zum Webinar.

webinarBei Webinaren ist es ja immer spannend für die Veranstalter, wie viele Teilnehmer sich letztlich im Webraum einfinden. Laut Melanie waren 40 Teilnehmer angemeldet. 28 sind dann tatsächlich gekommen, was eine ganz gute Quote ist. Und mit 28 Teilnehmern kann man ja auch gut arbeiten. Ich frage anfangs immer nach, wer die Teilnehmer sind und was sie für einen Ausbildungshintergrund haben, denn die meisten kommen mit Nicknames rein und aus denen wird ja kaum einer schlau. Passend zum Equal Pay Day hat sich das Teilnehmerfeld in etwa hälftig auf die beiden Geschlechter verteilt. Die Studienrichtungen waren breit gestreut. Es waren sogar Ingenieurabsolventinnen im Feld. Daimler, BMW und VW wäre mit ihren „Women in Engineering Events“ das Wasser im Munde zusammen gelaufen 😉

Die Einstiegsgehälter in der Präsentation wurden auf Basis der Gehaltsstudie 2012 von alma mater, einem Personalberater speziell für Akademiker, präsentiert. alma mater führt die Studien seit mittlerweile 8 Jahren durch und die 2013er Studie ist gerade in Arbeit. Nach Ostern 2013 sollten die Ergebnisse unter www.alma-mater.de kostenfrei zum Download bereitstehen. Über die Gehaltsstudie selbst will ich in diesem Post nicht viel schreiben. In früheren Blogposts ist mehrfach über die Ergebnisse berichtet worden.

Interessant war auch in diesem Webinar wieder, wie wichtig Aufklärung gerade für Nachwuchskräfte und Young Professionals über dieses komplexe Thema ist. Den meisten Teilnehmern war nicht klar, inwiefern regionale Einflussgrößen und die Firmengröße, aber natürlich auch die unterschiedlichen Branchen auf das Gehalt einwirken. Für mich, wie viele andere Personalberater, ein alter Hut – sind dann doch auch in diesem Webinar wieder viele überrascht gewesen, mit welchen Gehaltseinbußen zum Beispiel in manchen Regionen zu rechnen ist. Es ist eben nicht so, dass jeder das Durchschnittsgehalt bezieht. Gut, dass Arbeitgeber mit den „Fringe Benefits“ dagegensteuern können. Klar, der Dienstwagen ist für viele Berufseinsteiger erst mal nicht drin, aber es gibt viele andere Zusatzleistungen, die auch kleinere Arbeitgeber gerne an ihre Mitarbeiter weitergeben – von (A)ltersvorsorge bis zum (W)armen Essen in der Kantine ;-). Den Teilnehmern war in großen Teilen nicht bewusst, dass sie nach einer gewissen Betriebszugehörigkeit ein Anrecht auf betriebliche Altersvorsorge haben.

Besonders viele Fragen im Chat kamen beim Thema Gehaltsverhandlung hoch. Hier spürt man einfach, dass den meisten Arbeitnehmer in diesem Feld einfach die Routine fehlt; den Berufseinsteigern im Besonderen. Die meisten Teilnehmer waren rege in der Diskussion und so kamen viele Fragen hoch, die ich hoffentlich beantworten konnte. Falls nicht, darf mich jeder ansprechen – gerne auch über dieses Blog.

Einfach, aber trotzdem immer wieder wichtig zu betonen sind die drei Basisfaktoren für eine Gehaltsverhandlung: Die Innere Einstellung, Verhandlungsstrategie und Rhetorische Fitness.

webinar2Die Innere Einstellung ist wichtig fürs Selbstbewusstsein. Wie will man in die Verhandlung gehen? Um eine kleine Erhöhung bitten oder einen ordentlichen Aufschlag für hervorragende geleistete Arbeit und gute Ideen und knackige Ziele für die nähere Zukunft einfordern. Das muss sitzen und passen. Jeder sollte sich im Vorfeld seine Stärken (und Schwachstellen) selbst bewusst machen.

Die Verhandlungsstrategie steht für eine gute Vorbereitung und Sammlung starker Argumente. Was hat man seit der letzten Gehaltserhöhung Besonderes geleistet? Wo konnte man seinem Arbeitgeber Geschäft, Umsatz, Profit oder alternativ Kostenersparnisse bescheren? Welche Ideen wurden umgesetzt? Hat man deutlich mehr Verantwortung übernommen, oder gar einen neuen Job? Diese Argumente sollte jeder Mitarbeiter in der Verhandlung parat haben. Mein Tipp: Alle Argumente am besten aufschreiben und mitnehmen.

Drittens ist die rhetorische Fitness nicht unwichtig. Wer im Gespräch rumstottert, wenn es heikel wird und nur noch im Konjunktiv fabuliert – „Könnte eventuell eine Prämie für Sie interessant sein?“ – macht es seinem Vorgesetzten leicht. Aber wer will schon leichte Beute im Gehaltspoker sein? Sicher wird nicht aus jedem Menschen ein begnadeter Redner, Moderator, Polit-Star. Aber eine übersichtliche Vehandlungssituation wie eine Gehaltsverhandlung kann jeder üben und sich fit machen.

Ich habe im Webinar wieder gemerkt, dass das Thema noch einiges an Fragenpotenzial aufwirft und habe mir deshalb vorgenommen, in der nahen Zukunft mehr darüber zu schreiben. Wenn Ihr besondere Themen oder Wünsche habt, bitte einfach bei mir melden.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend.

Bis bald
Jürgen

coming soon: Gehaltsstudie 2013 – Ergebnisbericht

Gerade bin ich beim Stöbern auf dem Blog von alma mater auf einen aktuellen Post vom heutigen Tage gestoßen. Marco Arnold schreibt da, dass er sich gerade in der Endphase der Berichtserstellung für die Gehaltsstudie 2013 befindet. Wieder haben mehr als 1.000 Arbeitgeber an der Umfrage teilgenommen, was sehr viel ist. Konkrete Zahlen will Marco in seinem Blogpost noch nicht verraten, wohl aber soviel, dass die Durchschnittsgehälter über alle Branchen und Funktionen ordentlich zugelegt haben. alma mater rechnet damit, dass der Ergebnisbericht kurz nach den Osterferien fertig sein wird. Ich behalte das für Euch im Auge.

Blöd, dass ich die Zahlen noch nicht in meinem Webinar von letzter Woche parat hatte. Das hätte die Teilnehmer/innen sicher brennend interessiert.

Beste Grüße
Jürgen