„Der Abteilungsleiter ist nicht wichtig!“

… und die Interessen und Fragen von Bewerbern auch nicht.

Mann, habe ich hier viele unwichtige Stellen zu besetzen.

Eine meiner Kandidatinnen sucht eine neue Aufgabe. In der passenden Region ist eine Stelle ausgeschrieben, für die sie sehr geeignete Erfahrungen mitbringt.

Was sie und mich überrascht: Die Stellenausschreibung ist seit mehr als 7 Monaten online. Meine Kandidatin ist skeptisch, ob sie sich bewerben soll. Ich will für sie herausfinden, was der Knackpunkt ist.

Immerhin handelt es sich nicht um eine Position, die möglicherweise immer wieder zu besetzen ist, so wie z.B. die Einstiegspositionen in die IT-Beratung, die sich ja alle irgendwie gleich lesen und wo Monat für Monat Absolventen eingestellt werden können. Klar, da kann man eine generische Stellenbeschreibung online lassen. Hier wird jemand gesucht, der eine Abteilung leitet, mehrere Teams, fast 40 Mitarbeiter.

Zuerst tippe ich auf ein sehr komplexes Anforderungsprofil, sehr spezifische Kenntnisse, evtl. sehr wählerische Vorgesetzte. Eben ein paar Besonderheiten, die es der Firma schwer machen, die Stelle zu besetzen.

Die ausgeschriebene Abteilungsleiter-Stelle ist nicht wichtig?!?

Die Begründung, die mir der etwas müde wirkende Personaler liefert? Die Stelle sei nicht wichtig. Man habe ein bisschen umstrukturiert, die Kollegen machten die Arbeit mit. Die Stelle bleibe online, falls sich der perfekte Abteilungsleiter bewirbt.

Zuerst denke ich, dass dieses „nicht wichtig“ meint, dass die Stelle nicht so brisant sei, als dass man einen Personalvermittler beauftragen wolle. Ich stelle klar: Meine Kandidatin möchte wissen, warum die Stelle noch vakant ist, sie überlege, sich zu bewerben. Die Antwort bleibt die gleiche: Die Besetzung der Stelle habe keine Priorität. Was meine Kandidatin so könne? Die Frage kommt nicht.

So geht man nicht mit Bewerbern um

Finde nur ich das merkwürdig? Nein! Per se werden Kandidaten stutzig, wenn ein attraktiver Führungsposten mehr als ein halbes Jahr ausgeschrieben ist. Ähnlich, wie bei einem Kandidaten, der sehr lange nach dem nächsten Job sucht. Das Ergebnis: Je länger die Stelle nicht besetzt ist, desto schwieriger wird es, Bewerbungen zu erhalten.

Andere Firmen „vertuschen“ solche langen Suchen, indem sie das Veröffentlichungsdatum regelmäßig aktualisieren. Und wenn ich mit ihnen spreche, erzählen Sie mir, wie schwierig es sei, den Richtigen zu finden. Oder, dass alle bisherigen Kandidaten zu teuer waren. Und so weiter! Das sind nachvollziehbare Gründe.

Wenn ein Unternehmen, dessen Kernkompetenz übrigens im Bereich der Informationstechnologie liegt, die Besetzung einer IT-Abteilungsleitung nicht wichtig nimmt, ist es doch, als spare sich ein Restaurant den Koch, oder nicht? Und welche Information, hofft der Personaler, gebe ich nun meiner Kandidatin?

Grundsätzlich bin ich zu lange in der Karriereberatung tätig, als dass ich die Bedeutung von Arbeitgeber-Bewertungsportalen zu hoch hänge. Aber in diesem Falle habe ich doch einen Blick riskiert: Es gibt genau 2 Bewertungen, eine von einem Mitarbeiter (der findet alles bestens), eine von einem Bewerber, 2016, der nie ein Feedback bekommen hat. Wahrscheinlich ein Abteilungsleiter, der ist ja nicht wichtig.

Wer verdient wie viel im IT-Bereich?

Liebe Leser des Gehälterblogs,

der heutige Artikel beschäftigt sich mit der Frage „Wer verdient wie viel im IT-Bereich“. Der Artikel blickt dabei über den Tellerrand der Einstiegsgehälter hinaus.

Berufseinsteiger haben besonders in der IT-Branche gute Karten, schließlich trifft der Fachkräftemangel auch und besonders diesen Bereich. Sogar Quereinsteiger haben inzwischen realistische Chancen und gute Gehaltsaussichten. Dies zeigt die Infografik von Gehalt.de. Doch wer verdient eigentlich wie gut im IT-Bereich?

Infografik IT-Gehälter

Zum Vergrößern auf die Infografik klicken!

Na klar, am besten verdienen die Geschäftsführer. Das durchschnittliche Gehalt (basierend auf 160 Datensätzen) liegt bei 168.191 €. Es lohnt sich also auch finanziell im IT-Bereich Chef zu werden. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass mit dem höheren Gehalt eine höhere Verantwortung und eine größere Arbeitsbelastung einhergehen. Dass sich auch Personalverantwortung finanziell auszahlt, zeigt sich im Verdienst der IT-Leitung. 111.409 € bedeutet in diesem Bereich ein Top-Jahresgehalt.

Ein besonderer Blick lohnt sich auf den Bereich Produktmanagement. Der Durchschnittswert liegt bei knapp 62.500 €. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Verdiensten von Männern und Frauen. Während Frauen 52.406 € für ihre Tätigkeit erhalten, können Männer durchschnittlich sogar mit 65.000 € rechnen.

Eine Spezialisierung in der IT-Branche ist auf jeden Fall ratsam. Besonders gut eignet sich diese in Richtung IT-Beratung oder IT-Sicherheit. Bei beiden liegen die Durchschnittsverdienste bei etwa 59.000 €.

Am schlechtesten bezahlt werden nach den Angaben von Gehalt.de übrigens die sogenannten „Nerds“. Damit sind studentische Aushilfen im IT-Sektor gemeint, die im Schnitt mit jährlich 9.024 € vergütet werden. Solch ein Job ist allerdings trotz des geringen Ausgangsgehalts ratsam. So haben die Studierenden gleich die Möglichkeit herauszufinden, ob die IT-Branche die richtige Sparte für die eigene Zukunft ist.

Weitere Informationen zur Datenbasis gibt es übrigens auf der Seite von Gehalt.de.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende,

bis bald

Marco für den Gehälterblog

Gehälter in der Werbebranche

Hallo liebe Leser des Gehälter-Blogs,

wie Ihr schon mitbekommen habt, haben wir von alma mater inzwischen den Ergebnisbericht der Gehaltsstudie 2012 veröffentlicht. Diesen könnt Ihr Euch nach kostenloser Registrierung kostenfrei bei alma mater downloaden. Alle nötigen Infos dazu findet Ihr unter www.alma-mater.de/de-gehaltsstudien Wir werden in nächster Zeit Detailanalysen zur Studie auf diesem Blog veröffentlichen. Seid gespannt! Mit der ersten Detailanalyse ist schon in der kommenden Woche zu rechnen. Ein Klick und Blick auf den Blog lohnt also immer.

Gehälter in der Werbebranche

Da wir den Blog ja aber auch gerne als Übersicht über aktuelle Gehaltsentwicklungen und aktuelle Themen zu Verdiensten nutzen, möchte ich Euch heute eine tolle Infografik zeigen, die mich vergangene Woche per Mail von der Seite www.gehalt.de erreicht hat. Diese beschäftigt sich mit den Verdienstmöglichkeiten in der Werbebranche und zeigt, welche Gehälter unterschiedlich Beschäftigte in einer Werbeagentur erhalten können. Dazu zählen die Berufe: Geschäftsführer, PR-Managerin, Marketing, Controller, Creative Director, Projektmanager, Konzepter, Junior Art Director, Designer und Texter.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Als Datenbasis für diese Illustrationen dienen 5.109 Daten aus unterschiedlichen Werbeagenturen. Falls Ihr Euch für weitere detaillierte Statistiken der Gehälter in der Werbebranche interessiert, empfehlen wir Euch folgenden Link http://www.gehalt.de/news/Die-Werbebranche-und-ihre-Gehaelter.

Webinar zum Einstiegsgehalt

Am vergangenen Dienstag durfte ich mit unserem Geschäftsführer Jürgen Bühler ein kostenfreies Webinar zum Thema „Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen“ halten. Datenbasis dafür war die Gehaltsstudie 2012. Wir haben das Webinar aufgezeichnet und es in unserem Webinar-Archiv zur Verfügung gestellt. Wenn Ihr Euch also über  Einstiegsgehälter informieren wollt, werft einfach einen Blick auf unseren Webinar-Blog. Dort findet Ihr auch immer aktuelle Ankündigungen für künftige kostenfreie Fachvorträge und alles aus der Welt der Online-Seminare. Soviel sei verraten: Für die nächsten Wochen ist ein weiteres Webinar zu diesem Thema geplant. Seid also gespannt!

Ich wünsche Euch noch eine schöne Rest-Woche,

bis bald

Marco vom Gehälterblog

Aktuelle Gehaltsstudie für Berufseinsteiger

Hallo liebe Leser,

seit einiger Zeit gibt es die neue alma mater Gehaltsstudie. Diese ist mit 28 Seiten wieder sehr umfangreich und erste Detailanalysen ergänzen das Zahlenrepertoire wieder einmal um ein vielfaches. Wen wundert es auch, wenn man weiß, dass wieder über 900 Unternehmen an der Studie teilgenommen haben!? 😉

Hier aber einmal die wichtigsten Ergebnisse der Gehaltsstudie 2011 für Hochschulabsolventen auf einen Blick:

Das durchschnittliche Jahresbruttogehalt von Berufseinsteigern mit einem Abschluss von einer Universität oder Fachhochschule liegt bei rund 40.000 € (Median).

Betrachtet man die Bezahlung der Berufseinsteiger in den verschiedenen Abteilungen („Funktionen“), liegen Einsteiger in den Bereichen Fertigung und Forschung und Entwicklung mit 42.000 € brutto/Jahr ganz vorne. Der Großteil der Funktionen wird durchschnittlich mit 40.000 € brutto pro Jahr entlohnt. Bis zu 8,33 % weniger erhalten Trainees.


Zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Wichtig bei den Gehältern ist auch die Größe eines Unternehmens. In Konzernen (über 5.000 Mitarbeiter) sind die Verdienstmöglichkeiten am höchsten und nehmen mit sinkender Mitarbeiterzahl ab. So werden in Konzernen Einstiegsgehälter von über 43.438 € erzielt, die somit mehr als acht Prozent über dem Durchschnitt liegen. In Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Arbeitnehmern liegen die Gehälter 15,1 % unter dem Durchschnitt, was ungefähr 34.000 € ausmacht. Ein ganz schöner Unterschied, wenn ihr mich fragt!

Wie im Vorjahr sind es die Branchen Medien, Zeitarbeit, öffentlicher Dienst und sonstige Dienstleistungen, in denen Absolventen weniger als in anderen Branchen verdienen. Auch die Tourismusbranche liefert mit einem Durchschnitt von 27.000 € ein sehr ernüchterndes Ergebnis. Besonders hohe Gehälter sind in der Branche Automotive möglich. Dort liegt der Median bei 48.000 €.

Regional betrachtet sind die Chancen auf ein überdurchschnittliches Gehalt in den Bundesländern Bayern, Saarland, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sehr gut. Dort betragen die Mittelwerte mindestens 41.000 €. Berlin ist das Schlusslicht unter den Bundesländern und weist ein Durchschnittsgehalt von 38.834 € auf.

Das erste Mal hat die Personalvermittlung auch nachgefragt, ob die Unternehmen einen Unterschied bei der Bezahlung von FH- und Uni-Absolventen machen. Das Ergebnis ist beruhigend für alle diejenigen, die von einer Fachhochschule kommen: Einen Unterschied machen nur wenige Arbeitgeber und wenn, dann liegt dieser bei 17 %. Einen ähnlichen Aufschlag von 20 % erhalten Kandidaten, die promoviert oder habilitiert haben.

Die durchschnittlichen Vergütungen von Praktika und Abschlussarbeiten liegen bei 619 € und 687 €.

Mehr Details gibt es natürlich bei alma mater. Dort kann man sich nach erfolgreicher Registrierung die Studie kostenlos herunterladen. Aber auch in der Kategorie „JobSpezial“ werden immer wieder Detailanalysen veröffentlicht, die auch als Gast zugänglich sind!

Liebe Grüße!

Sabrina vom Gehälterblog

Was können Berufseinsteiger eigentlich als Trainee verdienen?

Hallo liebe Leser,

seit Kurzem gibt es auch eine Detailanalyse von Trainee-Gehältern. Hierbei handelt es sich um eine weitere Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010. Man kann sie sich natürlich kostenlos komplett herunterladen aber ich dachte mir, ich schreibe euch eine kleine Zusammenfassung als Überblick!

Laut Studie verdienen Trainees verdienen jährlich zwischen 10.500 € und 60.000 € brutto. Dies sind natürlich nur die Extremwerte, die von den Respondenten angegeben wurden aber immerhin gut 50.000 € voneinander entfernt liegen. Zieht man zu den Extremwerten die Quartilswerte hinzu, wird die Gehaltsspanne ein wenig enger. Das durchschnittliche Trainee-Gehalt wurde in der Studie mit dem Median, über und unter dem jeweils 50 Prozent der Angaben liegen, bestimmt. Dies beträgt 38.000 €, was 1.933 € weniger als das allgemeine Durchschnittsgehalt für Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss, ist. Letzteres wurde bereits im Gesamtbericht 2010 bekannt gegeben.

Die Auswertung nach Regionen, für die die Postleitzahlgebiete genommen wurden zeigt, dass die Postleitzahlgebiete 0, 1 und 2 ( Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen und den Großteil von Niedersachsen) keine sind, in denen Trainees ehemalige Kommilitonen beim Gehaltsvergleich ausstechen. Es fällt jedoch auf, dass das südliche Postleitzahlgebiet 8 (Südliches Bayern und ein Teil des angrenzenden Baden-Württembergs) das ausgewertete durchschnittliche Trainee-Gehalt mit 34.982 € am geringsten ausfällt. Und auch das Baden-Württembergische Gebiet 7, rund um Stuttgart, kann im Vergleich nicht mit Spitzengehältern auftrumpfen. Dabei sind es besonders die letzten beiden Regionen, in denen die Gehälter eher überdurchschnittlich hoch sind. Dennoch ist das Gehaltsgefälle bei den Traineegehältern mit 2.249 € eher gering und ich würde diese nicht auf die regionale Lage der Unternehmen zurückführen.

Bei den Gehältern hinsichtlich des Abschlusses liegt tatsächlich der Master mit 36.217 € brutto/Jahr vorn. Fast gleich viel verdienen Absolventen mit Diplom: das durchschnittliche Jahresgehalt liegt hier bei 36.069 €. Trainees mit einem Bachelor-Abschluss können durchschnittlich 35.018 € erwarten.. Die Gehaltsunterschiede zwischen Direkteinstiegs- und Trainee-Position sind für Bewerber mit Master-Studium jedoch am höchsten. So müssen Trainees mit Master mit circa 10 % weniger Gehalt als bei einem Direkteinstieg rechnen. Mit einem Bachelor sind die finanziellen Einbußen geringer und liegen bei 8,68 %.

Laut Studie verdient ein Trainee in größeren Unternehmen mehr als in kleineren. So kann ein Absolvent in Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern mit einem Gehalt von durchschnittlichen 25.683 € rechnen. Stiege er/sie in einem Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl zwischen 10 und 100 ein, läge das Jahresgehalt schon bei knapp 36.000 €. Ein wichtiger Grund für die vergleichsweise hohen Gehälter in großen Unternehmen und Konzernen ist, dass Unternehmen in solchen Größen meist an einen Tarifvertrag gebunden sind.

Eine extrem wichtige Einflussgröße bei Gehältern ist die Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens. Klare Führung übernehmen die Versorgungsbranche und die Branche „Bank/Finanz“ (inkl. Versicherungen). Hier werden Trainee-Gehälter gezahlt, die zum größten Teil zwischen 39.000 € und 45.000 € liegen. Nur knapp weniger verdienen Trainees in der Branche „E-Technik“, zu der auch Unternehmen aus den Bereichen Nachrichtentechnik und Feinwerktechnik gezählt wurden, bei Fahrzeugherstellern (inkl. Zulieferer) und in Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche. Auch hier sind Durchschnittsgehälter von 40.000 € üblich. Weit von diesem Einkommen entfernt sind Hochschulabsolventen, die als Trainees in den Branchen „Sonstige Dienstleistungen“, im öffentlichen Dienst oder in der Medien-Branche tätig sind.

Ich hoffe, die Zahlen sind für den einen oder anderen interessant und helfen bei der ersten Gehaltsverhandlung!

Liebe Grüße, schöne Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2011!

Sabrina vom Gehälterblog

So viel verdienen Hochschulabsolventen in IT-Berufen – II

…was lange währt wird gut – sagt man. Darum nun Part zwei der Zusmmenfassung der Detailanalyse von IT-Einstiegsgehältern. Was die unterschiedlichen Funktionen und Abschlüsse beim Gehalt ausmachen, habe ich ja bereits in meinem letzten Artikel geschrieben. Wenden wir uns also den Branchen und dem Einfluss der Unternehmensgröße zu!

Einstiegsgehälter von ITlern nach Branche

IT-Einstiegsgehalt-Branche

Bildquelle: alma mater GmbH

Wie in der Grafik gut zu sehen, werden die höchsten Gehälter für Hochschulabsolventen mit wenig Berufserfahrung in der Versorgungs- und der E-Technik-Branche gezahlt. Platz drei belegt die Bank/Finanz-Branche, zu der die Personalvermittlung auch Versicherungen zählt. Ähnliches gilt für die Bezahlung der Absolventen in IT-Funktionen. Auch hier liegt die Versogungsbranche vorn – und zwar mit 41.722 € p.A.. Fast ebenso gut zahlen Banken, Versicherungen und Unternehmen aus dem Finanzwesen (Platz zwei), die Logistik-Branche, Firmen aus der Branche Chemie, Pharma und Medizin und Elektro-Technik: bei letzterer liegt das Bruttojahresgehalt bei brutto 41.164 €. Ganz schlecht sieht es in der Medienbranche aus, denn die bildet (wie immer?) das Schlusslicht in Sachen Bezahlung.

Konzerne und Kleinstunternehmen

Nicht neu ist, dass Gehälter im Regelfall mit der Anzahl der Mitarbeiter steigen. Und nicht anders sieht es bei den IT-Einstiegsgehältern aus. Die Spanne zwischen Unternehmen mit unter 10 Mitarbeitern und großen Unternehmen ist jedoch mit 9.824 € nicht gerade gering:

Vergleich-IT-Gehalt-Absolventen-Mitarbeiter

Bildquelle: alma mater GmbH

Dennoch denke ich, dass sich ein Einstieg in kleineren Unternehmen für Berufseinsteiger eher als lohnen kann und viele andere Vorteile mit sich bringt:
So bringt die Arbeit in kleinen Unternehmen oftmal entschieden mehr Abwechslung mit sich. Denn anstelle von extrem straff getrennten Abteilungen und Aufgabengebieten werden Mitarbeiter in kleineren Unternehmen eher für abteilungsübergreifende oder fachfremde Aufgaben herangezogen. Zudem sind durch die Größe die Entscheidungswege kürzer und die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Abteilungen auch intensiver. Und darum haben die Autoren der Gehaltsstudie meiner Meinung nach auch Recht wenn sie schreiben, dadurch würden KMUs „so ein enormes Maß an beruflichem Entwicklungspotential“ bieten „,welches sich nicht selten in wertvolle Erfahrungswerte ummünzen lässt.“

…demnächst gibt es dann eine Zusammenfassung von einer weiteren Detailanalyse. In der geht es um Trainee-Gehälter!

Bis dahin beste Grüße!

Gehaltsscheck No. 3: Finance-Branche

Alle guten Dinge sind 3 Gehaltschecks. Das gilt auch für unsere Reihe, in der wir Euch im Rahmen des Gehälterblogs über branchenspezifische Verdienstmöglichkeiten informieren, die sich in erster Linie an Berufseinsteiger richten.

Dazu werden die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen in den unterschiedlichen FBs der Unternehmen überprüft. Hierbei handelt es sich um Jahresgehälter vor Steuern. Als FB werden diejenigen Berufsfelder definiert, in welchen Absolventen nach ihrem Studium arbeiten wollen bzw. sich dafür während ihres Studiums qualifiziert haben.

In Bezug auf die FBs ist anzumerken, dass nicht alle bei Unternehmen auf Interesse stoßen müssen, wie etwa Fertigung oder Forschung und Entwicklung (F&E). Dies hat seine Ursache darin, dass in verschiedenen Branchen Unternehmen beispielsweise weder über eine Fertigung oder eine F&E-Abteilung verfügen. Zudem kann es sein, das aufgrund geringer Nennungen FBs nicht in die Auswertung miteinfließen.

Die vorliegende Analyse basiert auf den Rohdaten der Gehaltsstudie – 4.224 Gehaltsangaben von 685 Unternehmen –, die entsprechend der Fragestellung ausgewertet wurden.

Verdienstmöglichkeiten in der Branche Finance

Insgesamt belegen die Daten der Umfrage zur Gehaltsstudie 2009, dass in der Branche Finance die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen gemessen am Durchschnitt aller Branchen hoch ausfallen.

Betrachtet man die einzelnen FBs, ist festzustellen, dass die Berufsfelder Aufschläge von bis zu 8,4% verzeichnen. Die höchsten Aufschläge verzeichnen die Einsatzfelder Traineeprogramme, IT-Bereich und Personalwesen.

Einzige Ausnahme bildet das Berufsbild F&E, in welchem Berufseinsteiger im Vergleich zum Branchendurchschnitt mit einem Abschlag von über 2% rechnen müssen. Daneben weist lediglich das Berufsfeld Vertrieb einen geringen Aufschlag aus. Der FB Fertigung wurde aufgrund geringer Nennungen nicht in die Auswertung miteinbezogen.

Darüber hinaus verdeutlichen die Rohdaten der Gehaltsstudie 2009, dass Praktikanten sowie Studenten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten in der Finance-Branche in Bezug auf den Durchschnitt aller Branchen gleiche bis deutlich geringere Vergütungen zu erwarten haben. Der Abschlag bei Abschlussarbeiten kann dabei bis zu 100 Euro betragen.

Zwischenfazit

Die Branche Finance bietet Berufseinsteigern im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen in den untersuchten FBs attraktive Verdienstmöglichkeiten. Davon zum Teil ausgenommen sind allerdings Praktikanten und Abschlussarbeiten.

Unternehmensgröße in der Branche Finance

Betrachtet man auf Basis der Primärdaten die Branche Finance im Hinblick auf die Größe der vorhandenen Unternehmen, so ergibt sich folgendes Bild: Von den insgesamt 201 Nennungen entsprechen rund 57% einer Größe von 1.000 bis über 5.000 Mitarbeitern.

Kleine Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern sind mit rund 18% eher unterrepräsentiert. Rund ein Viertel der in der Branche Finance vertretenen Unternehmen sind mittlerer Größe von bis zu 1.000 Mitarbeitern.

Selbst bei einer Addition kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) entsprechen diese immer noch nur einem Anteil von 43% an der Gesamtstruktur der Unternehmen in der Finance-Branche.

Zwischenfazit

Über 50% der Unternehmen in der Finance-Branche besitzt eine Unternehmensgröße von über 1000 Mitarbeitern. Vor dem Hintergrund, dass größere Unternehmen tendenziell höhere Gehälter zahlen, erklärt die Unternehmensgröße unter anderem die im Vergleich zum Branchendurchschnitt attraktiven Verdienstmöglichkeiten.

Regionale Gehaltsunterschiede in der Branche Finance

Bei der Untersuchung der regionalen Vergütungsstrukturen in der Branche Finance ergibt sich folgendes Bild: Die drei FBs Traineeprogramm, Controlling und Vertrieb weisen die meisten Nennungen über alle Postleitzahlbereiche (PLZ) hinweg auf. Sie liegen bei den Einstiegsgehältern teilweise deutlich über dem Gesamtdurchschnitt aller Branchen. Beispielhaft ist das Einstiegsgehalt im FB Traineeprogramm, das rund 4.000 Euro über dem Branchendurchschnitt angesiedelt ist.

Für Berufseinsteiger ist in diesem Zusammenhang interessant, in welchen PLZ attraktive Einstiegsgehälter gezahlt werden. Dafür werden nachfolgend die PLZ 0 bis 3 (Norden, Mitte und Osten Deutschlands) und 6 bis 9 (Mitte- und Süddeutschland) untersucht.

Das Ergebnis: Die Datensätze weisen für die PLZ 0 bis 3 bezogen auf den Gesamtdurchschnitt aller Branchen Aufschläge aus, für das Einsatzfeld Traineeprogramm in Höhe von rund 4.300 Euro. Die beiden FBs Controlling und Vertrieb verzeichnen ebenfalls Aufschläge bis rund 2.200 Euro.

Damit behaupten sich die drei Einsatzfelder bei der Attraktivität der Einstiegsgehälter auch in verhältnismäßig strukturschwachen Regionen Deutschlands.

Abbildung: Durchschnittliche Einstiegsgehälter für Funktionsbereiche in den PLZ; Quelle: alma mater GmbH 2009

Die drei FBs zeigen bei der Betrachtung der Einstiegsgehälter gemessen am Gesamtdurchschnitt der Branchen in Bezug auf die PLZ 6 bis 9 Aufschläge. Diese liegen zwischen ca. 1.300 Euro bis rund 4.300 Euro.

Einmal mehr zeigt sich an dieser Stelle bei der Vergütung für Berufseinsteiger die überregionale Attraktivität des Einsatzbereiches Traineeprogramms, da es sowohl in den niedrigen als auch in den hohen PLZ nahezu gleichbleibend hohe Aufschläge verzeichnet.

Zwischenfazit

In den auf der Basis der ausgewählten FBs in Bezug auf den entsprechenden PLZ und die dort durchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten bleibt festzuhalten, dass keine Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles für die Finance-Branche identifizierbar ist. Der Funktionsbereich Traineeprogramm ist regional übergreifend attraktiv vergütet und erzielt Aufschläge. Dies deutet auf eine steigende Aufmerksamkeit und Bedeutung der Nachwuchsförderung und -gewinnung in Unternehmen hin. Schließlich weist das Einsatzfeld Controlling insbesondere im süddeutschen Raum eine höhere Vergütung aus, während der Vertrieb eher in mittel- bis norddeutschen Regionen attraktive Verdienstmöglichkeiten bietet.

Vergleich

Welche Rückschlüsse können abschließend aus den vorherigen Ergebnissen zu den Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen und Praktikanten in der Branche Finance gezogen werden?

  • Absolventen, die sich für die Branche Finance im Rahmen ihres Studiums qualifiziert haben, erwarten attraktive Einstiegsgehälter, die sich über dem Durchschnitt aller Branchen befinden.
  • Insbesondere Einsatzfelder wie IT-Bereich, Personalwesen oder Traineeprogramme erzielen Aufschläge, während in F&E Abschläge hinzunehmen sind.
  • Für Praktikanten und Abschlussarbeiten bieten sich durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten.
  • Die Finance-Branche setzt sich überwiegend aus großen Unternehmen mit einer Größe von über 1.000 Mitarbeitern zusammen.
  • Regionale Gehaltsunterschiede sind innerhalb der Branche Finance zu beobachten. Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen kommt es hier aber nicht zu einer Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles bei den Einstiegsgehältern.

Es bleibt spannend, insbesondere, was Euer Feedback anbetrifft. Also, habt Ihr fragen?

Johannes vom Gehälterblog

Gehaltscheck No. 2: Consulting-Branche

Heute folgt der 2. Streich in unserer neuene Reihe Gehaltscheck, in welcher Euch das Gehälterblog über branchenspezifische Verdienstmöglichkeiten für Berufseinsteiger mit akademischem Backround ausführlich informiert.

Dazu werden die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen in den unterschiedlichen FBs der Unternehmen überprüft. Hierbei handelt es sich um Jahresgehälter vor Steuern. Als FB werden diejenigen Berufsfelder definiert, in welchen Absolventen nach ihrem Studium arbeiten wollen bzw. sich dafür während ihres Studiums qualifiziert haben.

In Bezug auf die FBs ist anzumerken, dass nicht alle von ihnen bei Unternehmen auf Interesse stoßen müssen, wie etwa Fertigung oder Forschung und Entwicklung (F&E). Dies hat seine Ursache darin, dass in verschiedenen Branchen Unternehmen beispielsweise weder über eine Fertigung oder eine F&E-Abteilung verfügen. Zudem kann es sein, das aufgrund geringer Nennungen FBs nicht in die Auswertung miteinfließen.

Die vorliegende Analyse basiert auf den Rohdaten der Gehaltsstudie – 4.224 Gehaltsangaben von 685 Unternehmen –, die entsprechend der Fragestellung ausgewertet wurden.

Verdienstmöglichkeiten in der Consulting-Branche

Insgesamt belegen die Daten der Umfrage zur Gehaltsstudie 2009, dass in der Branche Consulting die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen gemessen am Durchschnitt aller Branchen geringer ausfallen.

Betrachtet man die einzelnen FBs, ist festzustellen, dass die Berufsfelder Abschläge von bis zu 9% verzeichnen. Die höchsten Abschläge verzeichnen die Einsatzfelder Marketing, Personalwesen und Traineeprogramm.

Darüber hinaus verdeutlichen die Rohdaten der Gehaltsstudie 2009, dass Praktikanten sowie Studenten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten in der Consulting-Branche in Bezug auf den Durchschnitt aller Branchen höhere Vergütungen zu erwarten haben. Der Aufschlag bei Abschlussarbeiten kann dabei bis zu 100 Euro betragen.

Zwischenfazit

Die Branche Consulting bietet Berufseinsteigern im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen in den untersuchten FBs befriedigende Verdienstmöglichkeiten. Über dem Branchendurchschnitt angesiedelt sind allerdings Praktikanten und Abschlussarbeiten.

Unternehmensgröße in der Branche Consulting

Betrachtet man auf Basis der Primärdaten die Branche Finance im Hinblick auf die Größe der vorhandenen Unternehmen, so ergibt sich folgendes Bild: Von den insgesamt 315 Nennungen entsprechen rund 68% einer Größe von bis zu 100 Mitarbeitern.

Große Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sind mit nicht einmal 10% unterrepräsentiert. Rund ein Viertel der in der Branche Consulting vertretenen Unternehmen sind mittlerer Größe von bis zu 1.000 Mitarbeitern.

Mit einem Anteil von über 90% an der Gesamtstruktur der Unternehmen in der Consulting-Branche sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) tonangebend.

Zwischenfazit

Über 90% der Unternehmen in der Consulting-Branche besitzt eine Unternehmensgröße von bis zu 1000 Mitarbeitern. Vor dem Hintergrund, dass KMU tendenziell niedrigere Gehälter zahlen, erklärt die Unternehmensgröße unter anderem die im Vergleich zum Branchendurchschnitt geringen Verdienstmöglichkeiten. Allerdings sollte angemerkt werden, dass Berufseinsteiger in KMU oftmals sehr gute Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten haben, was sich nach und nach auch im Gehalt widerspiegelt.

Regionale Gehaltsunterschiede in der Branche Consulting

Bei der Untersuchung der regionalen Vergütungsstrukturen in der Branche Finance ergibt sich folgendes Bild: Die drei FBs IT, Traineeprogramm und Vertrieb weisen die meisten Nennungen über alle Postleitzahlbereiche (PLZ) hinweg auf. Sie liegen bei den Einstiegsgehältern teilweise deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt aller Branchen. Beispielhaft ist das Einstiegsgehalt im FB Traineeprogramm, das rund 2.300 Euro unter dem Branchendurchschnitt angesiedelt ist.

Für Berufseinsteiger ist in diesem Zusammenhang interessant, in welchen PLZ attraktive Einstiegsgehälter gezahlt werden. Dafür werden nachfolgend die PLZ 0 bis 3 (Norden, Mitte und Osten Deutschlands) und 6 bis 9 (Mitte- und Süddeutschland) untersucht.

Das Ergebnis: Die Datensätze weisen für die PLZ 0 bis 3 bezogen auf den Gesamtdurchschnitt aller Branchen Aufschläge aus, für das Einsatzfeld Vertrieb in Höhe von bis zu 3.000 Euro und für den IT-Bereich von bis zu 1.500 Euro. Lediglich das Traineeprogramm verzeichnet geringe Abschläge bis rund 200 Euro.

Damit behaupten sich die drei Einsatzfelder bei der Attraktivität der Einstiegsgehälter auch in verhältnismäßig strukturschwachen Regionen Deutschlands.

Abbildung: Durchschnittliche Einstiegsgehälter für Funktionsbereiche in den PLZ; Quelle: alma mater GmbH 2009

Die drei FBs zeigen bei der Betrachtung der Einstiegsgehälter gemessen am Gesamtdurchschnitt der Branchen in Bezug auf die PLZ 6 bis 9 teilweise Aufschläge. Mit diesen kann lediglich der IT-Bereich aufwarten. Es können dort rund 1.200 Euro erzielt werden.

Einmal mehr zeigt sich an dieser Stelle bei der Vergütung für Berufseinsteiger die überregionale Attraktivität des Einsatzbereiches IT, da es sowohl in den niedrigen als auch in den hohen PLZ nahezu gleichbleibend hohe Aufschläge verzeichnet.

Zwischenfazit

In den auf der Basis der ausgewählten FBs in Bezug auf den entsprechenden PLZ und die dort durchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten bleibt festzuhalten, dass keine Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles für die Consulting-Branche identifizierbar ist. Der Funktionsbereich IT ist regional übergreifend attraktiv vergütet und erzielt Aufschläge.

Vergleich

Welche Rückschlüsse können abschließend aus den vorherigen Ergebnissen zu den Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen und Praktikanten in der Branche Consulting gezogen werden?

  • Absolventen, die sich für die Branche Consulting im Rahmen ihres Studiums qualifiziert haben, erwarten befriedigende Einstiegsgehälter, die sich unter dem Durchschnitt aller Branchen befinden.
  • Insbesondere Einsatzfelder wie Marketing, Personalwesen und Traineeprogramm erzielen deutliche Abschläge, nur im IT-Bereich sind Aufschläge zu verzeichnen.
  • Für Praktikanten und Abschlussarbeiten bieten sich durchschnittliche bis überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten.
  • Die Consulting-Branche setzt sich überwiegend aus KMU mit einer Größe von bis zu 1.000 Mitarbeitern zusammen.
  • Regionale Gehaltsunterschiede sind innerhalb der Consulting-Branche zu beobachten. Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen kommt es hier aber nicht zu einer Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles bei den Einstiegsgehältern.

Interessante Ergebnisse. Was meint Ihr dazu?

Johannes vom Gehälterblog

Gehaltscheck No. 1: IT-Branche

In der neuen Reihe Gehaltscheck informiert Euch das Gehälterblog über branchenspezifische Verdienstmöglichkeiten für Berufseinsteiger mit akademischem Backround. Den Anfang macht die IT-Branche.  Auf der Basis des Ergebnisberichtes zur Gehaltsstudie 2009 „Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen und Praktikanten“ von alma mater, die seit 2005 jährlich erscheint, stellt sich die Frage nach Unterschieden bei der Vergütung für die einzelnen Funktionsbereiche (FB) in ausgewählten Branchen.

Dazu werden die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen in den unterschiedlichen FBs der Unternehmen überprüft. Hierbei handelt es sich um Jahresgehälter vor Steuern. Als FB werden diejenigen Berufsfelder definiert, in welchen Absolventen nach ihrem Studium arbeiten wollen bzw. sich dafür während ihres Studiums qualifiziert haben.

In Bezug auf die FBs ist anzumerken, dass nicht alle bei Unternehmen auf Interesse stoßen müssen, wie etwa Fertigung oder Forschung und Entwicklung (F&E). Dies hat seine Ursache darin, dass in verschiedenen Branchen die Unternehmen beispielsweise weder über eine Fertigung oder eine F&E-Abteilung verfügen. Zudem kann es sein, das aufgrund geringer Nennungen FBs nicht in die Auswertung miteinfließen.

Grundsätzlich ist in der vorliegenden Betrachtung zu berücksichtigen, dass Hochschulabsolventen insbesondere in den FBs IT und Vertrieb ider IT-Branche grundsätzlich im Vergleich zum Branchendurchschnitt höhere Verdienstmöglichkeiten besitzen. Dies gilt für klassische Servicefunktionen wie Marketing oder Personal nicht.

Die vorliegende Analyse basiert auf den Rohdaten der Gehaltsstudie – 4.224 Gehaltsangaben von 685 Unternehmen –, die entsprechend der Fragestellung ausgewertet wurden.

Verdienstmöglichkeiten in der IT-Branche

Insgesamt belegen die Daten der Umfrage zur Gehaltsstudie 2009, dass in der IT-Branche die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen gemessen am Durchschnitt aller Branchen niedriger ausfallen.

Betrachtet man die einzelnen FBs, ist festzustellen, dass in den einzelnen Berufsfeldern Abschläge von bis zu 20% zu verzeichnen sind. Dabei weisen die Einsatzbereiche Vertrieb, IT-Bereich und Fertigung noch die geringsten Abschläge auf. Die höchsten Abschläge entfallen auf die Einsatzbereiche Personalwesen, Einkauf, Marketing und Traineeprogramm.

Darüber hinaus verdeutlichen die Rohdaten der Gehaltsstudie 2009, dass Praktikanten sowie Studenten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten in der IT-Branche in Bezug auf den Durchschnitt aller Branchen leicht darüber liegende Vergütungen zu erwarten haben. Der Aufschlag bei Abschlussarbeiten kann dabei bis zu 100 Euro betragen.

Zwischenfazit

Die IT-Branche bietet Berufseinsteigern im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen in den untersuchten FBs befriedigende Verdienstmöglichkeiten. Davon zum Teil ausgenommen sind allerdings Praktikanten und Abschlussarbeiten.

Unternehmensgröße in der Branche IT

Betrachtet man auf Basis der Primärdaten die IT-Branche im Hinblick auf die Größe der vorhandenen Unternehmen, so ergibt sich folgendes Bild: Von den insgesamt 393 Nennungen entsprechen 45% einer Größe bis 100 Mitarbeitern.

Mittlere Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern sind mit rund 35% vertreten. Ein knappes Viertel der in der IT-Branche vertretenen Unternehmen besitzt eine Größe von mehr als 1.000 Mitarbeitern.

Bei einer Addition kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) wird deutlich, welches Gewicht diese Unternehmen bei der Zusammensetzung der IT-Branche besitzen: Mit rund 80% stellen sie den Löwenanteil an der Gesamtstruktur der Branche.

Zwischenfazit

Lediglich ein knappes Viertel aller Unternehmen in der IT-Branche besitzt eine Unternehmensgröße von über 1000 Mitarbeitern. Da die die Branche tendenziell eine Vielzahl an Freiberuflern und Selbständigen aufweist, erklärt sich daraus die „Vorherrschaft“ der KMU sowie die gemessen am Branchendurchschnitt niedrigen Verdienstmöglichkeiten. Letzteres steht auch im Zusammenhang mit dem massiven Stopp bzw. der Kostenoptimierung von IT-Projekten aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Regionale Gehaltsunterschiede in der IT-Branche

Bei der Untersuchung der regionalen Vergütungsstrukturen in der IT-Branche ergibt sich folgendes Bild: Die drei FBs IT, F&E und Vertrieb weisen die meisten Nennungen über alle Postleitzahlbereiche (PLZ) hinweg auf. Sie liegen bei den Einstiegsgehältern teilweise deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt aller Branchen. Beispielhaft ist das Einstiegsgehalt im FB F&E, das rund 2.000 Euro unter dem Branchendurchschnitt angesiedelt ist.

Für Berufseinsteiger ist in diesem Zusammenhang interessant, in welchen PLZ attraktive Einstiegsgehälter gezahlt werden. Dafür werden nachfolgend die PLZ 0 bis 3 (Norden, Mitte und Osten Deutschlands) und 6 bis 9 (Mitte- und Süddeutschland) untersucht.

Das Ergebnis: Die Datensätze weisen für die PLZ 0 bis 3 bezogen auf den Gesamtdurchschnitt aller Branchen Aufschläge aus, für die Einsatzfelder IT und Vertrieb von rund 3.00 Euro. Der Einsatzbereich F&E verzeichnet allerdings Abschläge von rund 1.000 Euro.

Damit können sich die drei Einsatzfelder insgesamt bei der Attraktivität der Einstiegsgehälter in verhältnismäßig strukturschwachen Regionen Deutschlands behaupten.

Abbildung: Durchschnittliche Einstiegsgehälter für Funktionsbereiche in den PLZ; Quelle: alma mater 2009

Die drei FBs zeigen bei der Betrachtung der Einstiegsgehälter gemessen am Gesamtdurchschnitt der Branchen in Bezug auf die PLZ 6 bis 9 Aufschläge. Diese liegen zwischen ca. 500 Euro bis rund 13.000 Euro. Dabei weist vor allem das Einsatzfeld F&E hohe Aufschläge aus.

Einmal mehr zeigt sich an dieser Stelle bei der Vergütung für Berufseinsteiger die überregionale Attraktivität der Einsatzbereiche IT und Vertrieb, da diese sowohl in den niedrigen als auch in den hohen PLZ Aufschläge verzeichnen.

Zwischenfazit

In den auf der Basis der ausgewählten FBs in Bezug auf den entsprechenden PLZ und die dort durchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten bleibt festzuhalten, dass keine Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles für die IT-Branche identifizierbar ist. Der Funktionsbereich F&E ist regional übergreifend attraktiv vergütet und erzielt vor allem im süddeutschen Raum hohe Aufschläge. Dies deutet daraufhin, dass die dortigen Bundesländer Wirtschaftsstandorte mit forschungsintensiven Arbeits- und Produktionsprozessen beherbergen.

Vergleich

Welche Rückschlüsse können abschließend aus den vorherigen Ergebnissen zu den Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen und Praktikanten in der IT-Branche gezogen werden?

  • Absolventen, die sich für die IT-Branche im Rahmen ihres Studiums qualifiziert haben, erwarten im klassischen IT- und Sales-Bereich überdurchschnittliche Einstiegsgehälter. In Bereichen der IT-Branche wie Marketing oder Personal liegen die Einstiegsgehälter teilweise unter dem Durchschnitt aller Branchen.
  • Insbesondere Einsatzfelder wie Einkauf, Marketing, Personalwesen oder Traineeprogramm erzielen zum Teil hohe Abschläge.
  • Für Praktikanten und Abschlussarbeiten bieten sich durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten.
  • Die IT-Branche setzt sich überwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen mit einer Größe bis zu 1.000 Mitarbeitern zusammen.
  • Regionale Gehaltsunterschiede sind innerhalb der Branche Finance zu beobachten. Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen kommt es hier aber nicht zu einer Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles bei den Einstiegsgehältern.

Was meint Ihr zu den vorliegenden Ergebnissen?

Johannes vom Gehälterblog

Status gleich Gehalt und Ansehen?

Quelle: FAZ am Sonntag, 17.01.2010

Quelle: FAZ am Sonntag, 17.01.2010

Dieses Gehalts-Ranking erschien neulich in der FAZ am Sonntag, genauso wie der GFK-Vertrauensindex 2009, der zeigt, wie angesehen welche Beruf bei den Deutschen sind:

Wie angesehen die Berufe sind

Jetzt kann man natürlich im Hinblick auf den Titel dieses Artikels folgende Gleichung aufstellen: Ärzte sind fein raus, denn sie verdienen rund 6.400 Euro brutto pro Monat und haben mit knapp 90% ein verdammt gutes Ansehen. Beides zusammengenommen ergibt einen (soziale) Status innerhalb der Gesellschafft, den kaum eine andere Gruppe erreicht.

In der Konsequenz heißt das: Wir werden alle sofort Ärzte, hehe. Nein im Ernst, die FAZ hat ihren Artikel ja nicht umsonst mit diesem Titel versehen: Das gespaltene Land. Aber warum? Nur weil Einige mehr verdienen als andere?

Fortsetzung folgt. Diskussion ist eröffnet 🙂

Johannes vom Gehälterblog